Landwirtschaft: CO2-Sünder oder Retter?

Kürzlich hat die EU auch für Kohlendioxid Minderungsziele festgelegt. Ob ein intensiver Ackerbau mehr Treibhausgase freisetzt als fixiert, wurde nun wissenschaftlich untersucht.

Mit dem Green Deal hat die EU-Kommission Anfang März die Klimaneutralität bis 2050 in der EU beschlossen. Ab dann darf man in Europa nicht mehr Kohlendioxid (CO2) erzeugen, als wieder gebunden wird. Als Zwischenziel gilt eine Senkung der Emission von 50 bis 55% bis 2030 im Vergleich zum Niveau von 1990. Von der Landwirtschaft fordert die Politik u.a. eine Reduktion des Pflanzenschutzmittel- und Düngereinsatzes.

Ob die Forderungen nach mehr Klimaneutralität der Landwirtschaft gerechtfertigt sind, prüfte ein Forschungsteam rund um Prof. Dr. Hansgeorg Schönberger. Ihr Hauptziel dabei war, die CO2-Bilanz von Ackerkulturen wissenschaftlich fundiert darzustellen. Um die Wirkung der verschiedenen Treibhausgase vergleichbar zu machen, wurden die Emissionen von Methan und Lachgas in sogenannte CO2-Äquivalente (CO2-e) umgerechnet. Es gilt:

  • 1 kg Kohlendioxid (CO2) = 1 kg CO2-e
  • 1 kg Methan (CH4) = 25 kg CO2-e
  • 1 kg Lachgas (N2O) = 298 kg CO2-e

Mithilfe dieser Werte lassen sich sämtliche Treibhausgasemissionen im Ackerbau bewerten. Diese entstehen durch

  • Emissionen aus dem Boden,9

  • die Bereitstellung von Betriebsmitteln (Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz) und Technik sowie10

  • die Bewirtschaftung.11

1. So hoch sind die Emissionen aus dem Boden

Durch Mineralisation wird im Laufe der Vegetationszeit jährlich 1% Humus abgebaut – das lässt sich aus langjährigen Versuchen ableiten. In einem mittelschweren Boden mit 30 cm Krume entsprechen 2% Humusgehalt einer Kohlenstoffmenge von 52 t/ha C im Boden. Werden davon 1% mineralisiert, sind das 522 kg C bzw. eine Freisetzung von 1900 kg/ha CO2.

Der berechnete Humusabbau innerhalb eines Jahres und die dadurch ausgelöste CO2-Freisetzung hängen auch davon ab, wie intensiv man den Boden bearbeitet. Erfolgt der Humusabbau bis 20 cm Tiefe (eher flache Bearbeitung), gehen knapp 1300 kg/ha CO2 in die Luft. Wird der Boden bis auf 30 cm intensiv gelockert und durchlüftet, liegt die CO2-Freisetzung bei 1900 kg/ha. Weitere Informationen dazu entnehmen Sie der...

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