Mais: Unkrautkontrolle ohne Resistenzgefahr Premium

Mehr denn je kommt es beim Herbizideinsatz darauf an, die Wirkstoffe geschickt zu kombinieren. Ziel ist es, die Selektion herbizidresistenter Unkräuter gering zu halten und dabei höchsten Wert auf den Gewässerschutz zu legen. Empfehlungen gibt Klaus Gehring, LfL Bayern, Freising.

In der „kritischen Periode“ vom etwa 2- bis zum 10-Blattstadium steht Mais unter einem hohen Konkurrenzdruck gegenüber Unkräutern. Diese finden im offenen Reihenanbau ein freies Feld, um sich ungestört und intensiv zu entwickeln. Gelingt es in dieser Phase nicht, die Unkräuter erfolgreich zu regulieren, kann sich der Maisbestand in der Regel nicht etablieren – zumindest sind in diesen Fällen hohe Mindererträge die Folge.

Nach dem Reihenschluss ändern sich die Konkurrenzverhältnisse grundlegend. Ab dann toleriert die Kultur unterständige Restunkräuter weitgehend. Das Ziel der Unkrautkontrolle im Mais ist somit, Konkurrenz vor allem in der kritischen Periode zu verhindern. Vollständig unkrautfreie Bestände – wie es in Werbeanzeigen oft gefordert wird – sind wirtschaftlich und ökologisch nicht sinnvoll.

Auf Spritzfolgen setzen?

Die meisten Maisanbauer führen einen einmaligen Herbizideinsatz im frühen Nachauflauf vom 2- bis 4-Blattstadium durch. Dafür nutzen sie Tankmischungen aus boden- und blattaktiven Herbiziden.

Um den Termindruck einer Einmalbehandlung zu entschärfen oder die Herbizidanwendung verträglicher zu gestalten (im Norden), arbeiten einige auch mit Spritzfolgen. Dabei gibt es zwei Konzepte:

Beide Strategien können abhängig von Standort oder Region Vorteile haben. Ein Beispiel: Stark humose Böden puffern das Wirkpotenzial von Bodenherbiziden stark ab und vermindern es somit. Auf solchen meist sehr unkraut-reichen Standorten ist ein erfolgreiches Bekämpfen der Unkräuter während der kritischen Periode nur möglich, wenn der Einsatz als Spritzfolge mit vorwiegend blattaktiven Präparaten erfolgt.

Meist 3 bis 4 Leitunkräuter:

Neben den typischen Sommerunkräutern können in Mais auch weitere, fruchtfolgespezifische Unkrautarten auftreten. Oft handelt es sich aber um eine überschaubare Anzahl von drei bis vier Leit-unkräutern pro Fläche. Eher selten sind Standorte mit sieben oder gar acht Arten, die über ihre Besatzdichte dem Mais stärker Konkurrenz machen. Wie sich die Unkrautvielfalt innerhalb von 10 Jahren im Maisanbau entwickelt hat, entnehmen Sie der Übersicht 1.

Neben Weißem Gänsefuß, Schwarzem Nachtschatten, Knöterich, Kamille und Vogelmiere sind speziell Hühner-, Borstenhirse und zunehmend auch Fingerhirse typische Vertreter einer Mais-unkrautflora. In der Regel sind diese...

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