Maiszünslern den Garaus machen

Knicken Maispflanzen ab, sind Zünsler oft die Übeltäter. Bundesweit nehmen die Schäden zurzeit weiter zu. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Stoppeln im Herbst gut zerkleinern. Doch welche Geräte eignen sich dafür?

Abgeknickte Fahnen und Maispflanzen sowie Bohrmehl an der Außenseite der Stängel – das sind die klassischen Schadsymptome von Maiszünslern. Mittlerweile tritt der Schädling in nahezu allen Regionen Deutschlands auf und in fast allen gilt er als der wirtschaftlich bedeutendste im Maisanbau.

Durch das Einbohren in den Stängel und den anschließenden Fraß beeinträchtigen die Larven die Wasser- und Nährstoffversorgung der Maispflanze. Die Bohrgänge und die durch das wiederholte Aus- und Einbohren entstehenden Löcher entlang des Stängels verringern die Stabilität der Maispflanze. Das erhöht die Gefahr von Lager durch Sturm und Starkregen.

Zudem bieten die Fraßstellen ideale Eintrittspforten für Sekundärinfektionen durch verschiedene Fusariumarten. Die Folge: höhere Mykotoxinbelastung der Ernteware. Wird belasteter Mais verfüttert, kann sich das auf die Gesundheit von Tieren auswirken. Während vorwiegend Schweine auf Mykotoxine reagieren, gelten Rinder als unempfindlicher.

Stoppelzerkleinerung ist das A und O

Zwar ist der Zünsler auch während der Saison biologisch oder chemisch bekämpfbar (siehe Zusatzinfo „direkte Bekämpfung“ auf Seite 64), die effektivste Maßnahme gegen den Schädling ist aber nach wie vor die Stoppelbearbeitung nach der Ernte. Mit diesem Arbeitsgang zerstören Sie die Überwinterungsquartiere der Larven im bodennahen Stängel und reduzieren so die Überlebensrate. Dies gelingt jedoch nur, wenn geeignete Bodenbearbeitungsgeräte zum Einsatz kommen – und zwar flächendeckend.

Wie stark und wie tief der Stängel zerkleinert werden muss, hängt maßgeblich mit dem Zeitpunkt des Erntetermins zusammen. Je später die Ernte, desto tiefer sitzen die Maiszünsler (siehe auch Zusatzinfo „Lebenszyklus„ auf Seite 65). Daher sind die Anforderungen bei Körnermais und CCM höher als bei Silomais. Um die Stängel konsequent zu zerstören ist es – unabhängig von der Nutzung des Maises – wichtig, die im Rahmen der betrieblichen Möglichkeiten verfügbaren Maschinen effektiv einzusetzen.

Die mit Abstand intensivste Zerkleinerung erfordert der pfluglose Weizenanbau nach Mais, da der zusätzliche Bekämpfungseffekt einer tiefen Maisstroheinarbeitung entfällt. Aber auch beim Einsatz eines Pflugs nach der Maisernte sollte man sich nicht zu sicher sein. Damit die Larven absterben, müssen sie mindestens 15 cm tief im Boden vergraben werden.

Vorhandene Technik oft nur eine Notlösung

Für hohe Maschinenauslastungen und um Kosten zu sparen, ist es naheliegend, betriebseigene Geräte zur Zünslerbekämpfung zu verwenden. Häufig werden daher Scheibeneggen (V- oder X-förmige), Kurzscheibeneggen, Kreiseleggen oder Fräsen verwendet, um die Ernterückstände einzumischen oder zu zerkleinern. Diese Geräte vermischen die Rückstände zwar gut mit dem Boden, zerkleinern sie aber nur unzureichend.

Bei einem Testeinsatz von top agrar und der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen auf leichtem Sandboden konnte die Kettenscheibenegge (Foto 1) Stoppeln und auch Maisstroh noch am intensivsten zerstören. Dabei ist die reibende Arbeitsweise der Scheiben, aufgrund des steilen Anstellwinkels von 45°, ausschlaggebender als ihre schneidende Wirkung (Foto 2). Positiv ist, dass sich die Scheiben durch die einzelnen Kettenglieder sehr gut an den Boden anpassen. Insbesondere auf feuchten und schweren sowie auf sehr harten Böden sind den Kettenscheibeneggen jedoch Grenzen gesetzt.

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