Massenweise grüne Daten Premium

Digitale Lösungen für die Grünlandwirtschaft waren lange Mangelware. Doch das Grünland holt auf – und das Potenzial ist groß. Eine Übersicht.

Daten, Daten, Daten – das produzieren die meisten digitalen Systeme. Auch im Grünland schreitet die Entwicklung unaufhaltsam voran, mehr oder weniger praxisfähig. Während es im Ackerbau darum geht, noch präziser zu arbeiten, heißt es im Grünland zunächst: regelmäßig Daten erfassen. Ziel ist meist, dem Landwirt vor oder direkt während des Arbeitens schon möglichst viele Daten zu liefern. Vor allem die heterogenen Bestände, oft auch Gras-Leguminosen-Mischungen, erschweren dies. Doch im Fokus der Forscher und Entwickler liegen nicht nur die hochproduktiven Grünlandbestände. Auch extensiv geführte Flächen und Naturschutzstandorte profitieren.

1. Satelliten

Ohne Satellitendaten geht fast nichts mehr. Die weitverbreitetste Funktion ist das Global Positioning System, das GPS: Positionssatelliten bestimmen den Standort eines GPS-Gerätes, z.B. um effektiv Gülle auszubringen.

Noch viel mehr erhofft man sich von den Sensorsatelliten. Sie umkreisen die Erde und erzeugen Bilder, ca. alle sechs Tage von demselben Ort. Seitdem man kostenfrei auf Bilder der Sentinel-Satelliten zugreifen kann, schreitet die Forschung auch immer mehr voran. Die Sentinel-2-Satelliten liefern multispektrale Bilder – damit lassen sich z.B. Biomasseunterschiede feststellen. Aber: Nur ein wolkenloser Himmel liefert einwandfreie Bilder. Bei bewölktem Himmel arbeiten nur Radarsatelliten wie die Sentinel-1-Satelliten sicher.

Deren Bilder und Daten des Deutschen Wetterdienstes, des DWD, sind Basis für das Projekt GeoCare von u.a. der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Bayern. Bis dato kann das System Schnitttermine erkennen und rückwirkend die Ertragsmasse schätzen. Durch die Anzahl der Schnitte lässt sich auch auf die Artenzusammensetzung der Wiese schließen. Künftig könnte man darüber, z.B. im Naturschutz, Schnittzeitpunkte festlegen, anstatt auf starre Termine zu setzen. Bereits jetzt erkennt GeoCare geschnittene Flächen mit einer 90%igen Sicherheit. Dafür müssen die Flächen allerdings größer sein als 1/3 ha. Ziel ist, in ca. drei bis vier Jahren eine Grünlandreifeprüfung der Einzelflächen für die mittelgebirgs- und alpennahen Standorte zu entwickeln.

Denn in Bayern mit seinen kleinräumig unterschiedlichen Regionen funktioniert die in Norddeutschland bekannte Grünlandreifeprüfung nicht. Die-se ist eine computermodellierte Prog-nose des DWD für größere Naturräume und sagt voraus, wie sich der Aufwuchs wahrscheinlich entwickelt. Für das schnittgenutzte Grünland funktioniert die Reifeprüfung problemlos.

Dass die Prognose auch für Weideflächen taugt, hat die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LWK SH) erarbeitet. Künftig sollen Berater darauf zugreifen können. Zudem ist in SH eine weitere Web-Anwendung verfügbar: „Wann wächst das ...

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Niederlande diskutieren über Halbierung des Viehbestandes

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Artikel geschrieben von

Friederike Mund

Redakteurin Ackerbau/Grünland

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