Mit weiten Getreidereihen zu mehr Biodiversität

Ein lichter Getreidebestand mit blühender Untersaat bietet Ackervögeln viel Platz und fördert Insekten. Doch ist die Maßnahme praktikabel? Hier einige Erfahrungen dazu.

Landwirte, die nicht wissen, was es mit dem Versuchsblock in einem Weizenfeld in Schleswig-Holstein auf sich hat, würden sicherlich vermuten, dass hier bei der Bestandsführung etwas schiefgelaufen ist. Keine Frage, für die Region um die Ortschaft Reinfeld, in der 10 t/ha Weizen keine Seltenheit sind, ist ein lichter Getreidebestand, aus dem dann noch Kamille oder blühender Klee schauen, tatsächlich ungewöhnlich.

Bewirtschafter dieses Schlages ist Klaas Röhr. Er nimmt an dem Modellvorhaben „Weite-Reihe-Getreide mit blühender Untersaat“ teil. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert und von Dr. Rainer Oppermann und seinem Team vom Institut für Agrarökologie und Biodiversität (ifab) in Zusammenarbeit mit dem Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, die Artenvielfalt zurück in die Nutzfläche zu bringen (siehe auch Interview auf Seite 92).

so sieht Röhrs Strategie aus

Für die Teilnahme am Projekt sprach für Klaas Röhr in erster Linie die Möglichkeit, damit die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen und gleichzeitig etwas für die Artenvielfalt zu tun. Erste Erfahrungen mit der weiten Reihe sammelte er 2020 in Sommergerste. Aus seiner Sicht blieb der Erfolg aber aus. „Wir haben es nicht geschafft, die Untersaat vernünftig zu etablieren. Und um einen bedeckten Boden geht es mir nun mal hauptsächlich“, so der Ackerbauer.

Der nächste Versuch sollte vielversprechender sein. Am 21. September säte Röhr auf einem halben Hektar seinen Weizen mit 30% geringerer Aussaatstärke (170 statt 240 Körner pro m²) und einem...