Multikopter als Helfer gegen Maiszünsler Premium

Immer mehr Landwirte gehen dem Zünsler mit Koptern an den Kragen. Bei eher leichtem Befall reicht das biologische Verfahren aus. Tritt Starkbefall auf, geht kein Weg an Insektiziden vorbei.

Mit rund 35 km/h fliegt der Multikopter über den Maisacker. Alle 10 Meter wirft er eine Kugel ab. Nach wenigen Stunden packt der „Pilot“ den Flieger samt der Fernbedienung wieder ein – Auftrag erledigt.

Was aussieht wie ein Spielzeug, ist für Landwirt Frank Edelbauer aus Bad Nauheim in Hessen ein wertvoller Helfer gegen Maiszünsler. In den Kugeln befinden sich Trichogramma-Schlupfwespen, die ihre Eier in die Gelege des Maiszünslers legen und somit das Schlüpfen der Raupe verhindern. „Die Wirkung dieser biologischen Methode reicht bei uns in der Regel aus“, erklärt der Landwirt. Um den Druck von vornherein zu senken, ist es für ihn selbstverständlich, im Herbst die Maisstoppeln konsequent zu zerkleinern.

Vorher hat Edelbauer den Schädling chemisch bekämpft. „Nachdem ich vor vielen Jahren wegen eines witterungsbedingt späten Flugzeitpunktes der Zünsler mit der Feldspritze nicht mehr durch den hohen Maisbestand fahren konnte, bin ich auf das biologische Verfahren umgestiegen“, erklärt er.

Einmal eingeben und fertig:

Ohne den Multikopter war die Ausbringung sehr arbeits- und zeitaufwendig. „Wir haben zu Anfangszeiten auf den 20 ha Mais den Nützling über visitenkartengroße Kartons ausgebracht, die wir auf das Maisblatt geschoben haben“, erzählt der Landwirt. „Damit waren wir zu zweit einen ganzen Tag beschäftigt.“

Später kamen die Trichogramma-Kapseln, die man mit der Hand einfacher und schneller ausbringen konnte, auf den Markt. Mühsam blieb der Einsatz aber allemal. „Wenn man schnell durch den Bestand lief, konnte es passieren, dass man sich an den Maisblättern schnitt“, sagt er. „Außerdem bin ich immer mit einem mulmigen Gefühl durch den Mais gelaufen. Schließlich gibt es auch bei uns viele Wildschweine.“

Ein Quantensprung, so der Landwirt, ist nun die Ausbringung von Trichogramma mithilfe von Koptern. Der Maschinenring Wetterau bietet seinen Mitgliedern dies seit drei Jahren als Dienstleistung an. Seitdem nutzt auch Frank Edelbauer dieses Angebot.

Der Ablauf ist einfach: Über die Homepage des Maschinenrings gibt der Landwirt einmal im Jahr alle notwendigen Schlagdaten ein. Diese werden dann in das Programm „farmpilot“, ein digitales Farm-Management-System, importiert. Der Dienstleister bekommt den Auftrag und kann die Trichogramma-Schlupfwespen mit einem Multikopter ausbringen.

Die Navigation zu den Schlägen erfolgt dabei automatisch. „Der Dienstleister bekommt über das System die Aufträge und die Kartenansichten mit Satellitenbildern“, erklärt Anastasia Schwarzkopf von der Firma Arvato Systems. „So kann er die Aufträge hintereinander abarbeiten.“ Diese Zuordnung von...

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