Nematoden: Setzen Sie auf die richtige Strategie Premium

Auf immer mehr Rüben-flächen sind Nematoden zu finden. Wie Sie den Schädling in Schach halten können, erklärt Dr. Matthias Daub vom Julius Kühn-Institut, Elsdorf.

Je nach Fruchtfolge ist der Rü­benzystennematode (Heterodera schachtii) in allen Kernanbaugebieten von Dithmarschen bis Franken und vom Rheinland bis in die Magdeburger Börde mehr oder weniger stark verbreitet. Auch im europäischen Rübenanbau zählt er zu den Hauptschädlingen.

Viele Flächen betroffen:

Genaue Zahlen über seine Ausbreitung bei uns existieren nicht, weil es in Deutschland nur noch wenig nematologisch ausgerichtete Labore gibt, die solche Analysen durchführen können. Dass diese Nematodenart jedoch weiter verbreitet ist, als bisher angenommen, zeigen regionale Erhebungen der Zuckerindustrie und von Verbänden oder Rübenzüchtern.

Häufig handelt es sich um sogenannte latente Befallsdichten, die noch keine akute Gefahr darstellen. Wird dieser latente Befall nicht berücksichtigt, kann der Flächenanteil mit schädigender Nemathodendichte aber steigen. Daher müssen Anbauer gerade solche latenten Befallsherde, die man oft übersieht, unbedingt beachten.

Deutlicher Ertragsschaden:

Die Schadschwelle von 500 Eiern und Larven/100 ml Boden konnte das Julius Kühn-Institut (JKI) in Elsdorf in Versuchen von 2007 bis 2012 bestätigen. Sie ist aber keine feste Größe, sondern ein Richtwert, der interpretiert werden muss. Das tatsächliche Schadpotenzial von Heterodera schachtii hängt neben der Nematodendichte vor dem Anbau auch vom Saattermin der Rüben und von der Witterung während der Vegetationszeit ab (mehr dazu im Kasten auf Seite 75).

Die Besatzstärke im Boden vor dem Rübenanbau ist und bleibt allerdings die Hauptkenngröße, mit der sich Ertragsschäden vorhersagen lassen und worauf sich auch die Schadschwelle bezieht. Ausgehend von den Bedingungen des Versuchsstandortes in Elsdorf (653 mm Niederschlag, Löß-Parabraunerde, 3-jährige Fruchtfolge) lässt sich Folgendes für eine normale Rübensorte herleiten (siehe Übersicht 1):

  • Bei einer Nematodendichte von 500 bis 1 500 Eiern und Larven/100 ml Boden beträgt der Minderertrag im Vergleich zur Schadschwellen-Variante (0 bis 499 Eier und Larven/100 ml Boden) etwa 15 bis 20 %.
  • Ist der Befall deutlich höher, kann der Minderertrag auch 30 % überschreiten.
  • Würde man diese Varianten mit einer Kontrolle ohne Nematoden vergleichen, wären die Ertragsverluste vermutlich noch höher.

Ermitteln lässt sich die Nematodendichte im Feld zurzeit nur über eine Bodenprobe. In einigen Regionen wird auch der Erdschwad an der Verlademaus geprüft. ...

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