Organisch düngen: Was gilt bei der DüV ab 2020? Plus

Die Novellierung der Düngeverordnung 2017 (DüV) beinhaltete bereits viele Regeln speziell zur organischen Düngung. Das trifft auch auf die angekündigten Verschärfungen zu.

Die DüV ist seit 2017 in Kraft. Die neuen Regeln sind noch nicht gänzlich Routine, da fordert die EU-Kommission weitere Maßnahmen. Speziell in den roten, mit Nitrat belasteten Gebieten, drohen Verschärfungen.

Nachfolgend erfahren Sie, was Sie aktuell beim Einsatz von Wirtschaftsdüngern beachten müssen und welche voraussichtlichen Veränderungen ab 2020 (Stand Oktober 2019) auf Sie zukommen werden:

  • Düngebedarfsermittlung: Haben Sie im Vorjahr organisch gedüngt, sind 10% des ausgebrachten Stickstoffes (N) als Nachlieferung abzuziehen. Damit steigt die Anrechenbarkeit des organischen Stickstoffes insgesamt an.5

Geplant ab 2020: In den roten Gebieten wird der für jede Kultur errechnete Düngebedarf pauschal um 20% abgesenkt. Ausnahmen soll es für extensiv wirtschaftende Betriebe und Ökobetriebe geben.

  • N-Obergrenze für Wirtschaftsdünger: Die N-Menge aus Gülle und Co., die Sie betrieblich im Schnitt Ihrer Flächen ausbringen dürfen, bleibt bei maximal 170 kg N/ha und Jahr. Durch die DüV 2017 ist hinzugekommen, dass Gärreste, Komposte und Klärschlamm nun voll zu berücksichtigen sind (vorher nur der tierische Anteil).7

Geplant ab 2020: In den roten Gebieten soll die 170 kg N-Grenze schlagbezogen berechnet werden, d.h. für jedes Feld gilt dann die Obergrenze von 170 kg N/ha und Jahr. Eine Ausnahme soll für Betriebe gelten, wenn diese im Mittel der Flächen, die in ausgewiesenen Gebieten und Teilgebieten liegen, nicht mehr als 160 kg Gesamt-N/ha und Jahr und davon nicht mehr als 80 kg Gesamt-N/ha und Jahr aus mineralischen Düngemitteln aufbringen.

  • Anrechenbare N-Verluste: Der Anteil der Stall- und Lagerverluste, den Sie auf die 170 kg-Grenze anrechnen dürfen, ist seit 2017 bei Schweinegülle auf 20% und bei Rindergülle auf 15% gesunken. Für Festmist oder Jauche gelten 30%, für Gärreste hingegen nur 5%.9

  • Verlustarme Ausbringung: Auf unbestelltem Acker gilt eine Einarbeitungsfrist von höchstens vier Stunden. Eine streifenförmige Aufbringung von Gülle oder ein direktes Einarbeiten auf bestelltem Ackerland ist ab 2020 Pflicht. Für Grünland gilt diese Vorgabe ab dem 1. Februar 2025.10

In roten Gebieten können die Länder bereits seit 2017 als Maßnahme festlegen, dass innerhalb einer Stunde...

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