Packen Sie den Ackerfuchsschwanz! Plus

Gegen Ackerfuchsschwanz sind mehr denn je strategische ackerbauliche Lösungen gefragt. Hier ein Vier-Punkte-Plan, um das Problemungras Nr. 1 in den Griff zu bekommen.

Keiner kann sagen, er hätte das Problem nicht gekannt. Denn das Ungras Ackerfuchsschwanz überragt jedes Jahr ab Mai unzählige Weizen- und Gerstenbestände – als Einzelpflanze, in Spots oder sogar ganzflächig. Die Probleme ausschließlich auf Resistenzen zu schieben, ist in letzter Konsequenz zu einfach. Zur effektiven Bekämpfung gehört mehr als nur Herbizide einzusetzen (siehe auch Kommentar auf Seite 55).

Ziel muss sein, den Samenvorrat im Boden zu reduzieren. Das erreichen Sie langfristig nur mit einem ganzheitlichen Ansatz. Neben Saatstärke und Sortenwahl (Beschattung der Ungräser durch Blattstellung) sind vor allem ackerbauliche Maßnahmen die tragenden Säulen gegen das hartnäckige Ungras. Dabei geht es um

  • das richtige Nacherntemanagement,
  • passende Saatzeiten,
  • erweiterte Fruchtfolgen mit Sommerungen und
  • optimierte Herbizideinsätze.

Richten Sie schon bei erstmaligem Auftreten das Ackermanagement konsequent auf den Fuchsschwanz aus.

1. Stoppeln striegeln

Besonders bei hohem Druck muss das Ziel sein, die zur Ernte ausgefallenen Fuchsschwanzsamen im aktuellen Jahr zum Auflaufen zu bringen. Das gelingt am besten durch Striegeln der Stoppeln, wie Ergebnisse des langjährigen Ackerfuchsschwanzprojekts am Standort Fehmarn in Schleswig-Holstein zeigen. So führte der Lichtreiz durch den flachen Striegelgang bei vorhandener Bodenfeuchtigkeit zu sehr hohen Auflaufraten der frisch ausgefallenen Samen. Die im Versuch ebenfalls geprüfte Kurzscheibenegge hingegen vergrub die Samen teilweise – trotz flacher Einstellung (Übersicht 1).

Tipp: Bekämpfen Sie den Fuchsschwanz nach dem ersten Striegeln noch im Auflaufen mit einem zweiten Striegelgang. Ideal ist, wenn der Boden abgetrocknet und Regen angesagt ist. Läuft dann die zweite Welle auf, können Sie diese wieder mit Bodenbearbeitung bekämpfen.

Das Problem der Kurzscheibenegge ist Folgendes: Direkt nach der Ernte befinden sich die Samen in der primären Keimruhe. Fällt der Samen aus, kann er auf feuchtem Boden innerhalb von vier bis sechs bzw. acht Wochen keimen. Konstant warmes Wetter von der Blüte bis zur Abreife des Fuchsschwanzes führt zu einer kurzen primären Keimruhe. Kühles Wetter von unter 20°C in diesem Zeitfenster verlängert die primäre Keimruhe hingegen deutlich.

Ist der Lichtkeimer jedoch z.B. durch den Einsatz einer Kurzscheibenegge mit Boden bedeckt, verfällt er in die sekundäre Keimruhe. Aus dieser keimt er im aktuellen Jahr nicht mehr. Stattdessen verharren die Samen mehrere Jahre im Boden und erhöhen so den Samenvorrat. Das Problem verschiebt sich – die Samen sind 20 Jahre lang keimfähig. Mit der Bodenbearbeitung wieder hochgearbeitete Ackerfuchsschwanzsamen keimen aus der sekundären Keimruhe bei Licht und Feuchtigkeit.

Der Auflauftermin und die Auflaufstärke...

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