Passt Biodiversität zu Pflanzenschutz? Premium

Um das Insektensterben wirksam zu bekämpfen, sollten sich Umwelt und Landwirtschaft auf Ziele einigen, die für beide Seiten tragfähig sind.

Wie kann der Pflanzenschutz der Zukunft aussehen, der wirtschaftliche Erfordernisse der Landwirte erfüllt und gleichzeitig die Biodiversität schützt? Das war die zentrale Frage der top agrar-Veranstaltung „Landwirtschaft im Dialog“, die kürzlich in Berlin mit rund 150 Teilnehmern stattfand.

Dass mehr für den Arten- und Insektenschutz getan werden müsse, erklärte Jochen Flasbarth (BMU) in seinem Impulsreferat. Um diese Aufgabe anzugehen, die auch im Koalitionsvertrag steht, wurde vor wenigen Wochen das Aktionsprogramm Insektenschutz im Bundeskabinett verabschiedet. Weil der Schwund der Arten nicht allein auf die Landwirtschaft zurückzuführen ist, enthält das Programm auch Kapitel z.B. zur Verbesserung der Stadtnatur (Insektenschutz entlang von Verkehrswegen) und Lichtverschmutzung.

Dennoch, so Flasbarth weiter, habe die Landwirtschaft beim Insektenschutz eine herausgehobene Bedeutung. Deshalb sei die Liste von gesetzlichen Biotopen um artenreiches Grünland, Streuobstwiesen, Trockenmauern und Steinriegel erweitert worden – diese sollen künftig im Bundesnaturschutzgesetz als geschützte Biotope ausgewiesen werden.

Zusätzlich sollen im Rahmen des Programms Verbote von Herbizid- und Insektzideinsätzen in Schutzgebietskategorien wie Naturschutzgebieten, Nationalparks und FFH-Gebieten gelten. Größere Vogelschutzgebiete seien davon teils ausgenommen (Sache der Bundesländer).

Bessere Programme – Niederlande als Vorbild

Dass die Landwirtschaft bei der Nahrungsmittelproduktion die Artenvielfalt beeinflusst, sagte auch Agrarstaatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens. Sie wirke sich aber negativ und positiv auf die Biodiversität aus. Denn über die zweite Säule und über Agrarumweltmaßnahmen (AUM) sei schon viel Lebensraum geschaffen worden. Vielleicht, so seine Einschätzung, sind die AUM noch nicht intelligent genug konzipiert. Als Beispiel für einen effizienteren Ansatz nannte er die Niederlande. Hier überlässt der Staat den Beteiligten vor...

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