Precision Farming: N-Düngung im Praxistest Premium

Bringt die teilflächenspezifische N-Düngung Vorteile gegenüber einer betriebsüblichen Verteilung? Lassen sich damit Über- und Unterversorgung vermeiden? Mehrjährige Ergebnisse dazu liefert das Projekt „On Farm Research“ der LWK Schleswig-Holstein.

Welchen Segen bringt „Precision Farming“ der ackerbaulichen Praxis? Antwort auf diese Frage soll ein über 10 Jahre angelegtes Projekt (Start 2007) der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein auf dem Gutsbetrieb Helmstorf/Ostholstein bringen. Eine erste Zwischenbilanz zur „teilflächenspezifischen Grunddüngung“ hat top agrar in der Ausgabe 11/2012 (Seite 60) veröffentlicht. Die Voraussetzungen, Vorgehensweise und Ergebnisse der „teilflächenspezifischen N-Düngung“ auf den Projektschlägen (300 ha) stellen wir hier vor.

Bodenunterschiede erfasst:

Basis für die Bewertung der Bodenheterogenität der Versuchsschläge war die Kartierung über EM 38 und die pragmatische Umsetzung der ermittelten differenzierten elektrischen Leitfähigkeit in 3 Bodenklassen: Leicht, mittel und schwer (s. Übersicht 1).

Anpassungen haben wir mit Hilfe des Betriebsleiters vorgenommen, wenn es um die Unterscheidung von Lehm- und Tonkuppen sowie humosen Senken und deren Zuordnung zu Bodenscannerklassen mit gleicher elektrischer Leitfähigkeit, aber unterschiedlichen Bodenzuständen ging. In Einzelfällen haben wir einen ergänzenden Abgleich mit Angaben aus der Reichsbodenschätzung vorgenommen.

3 N-Varianten im Vergleich:

Wir haben zur „teilflächenspezifischen N-Düngung“ den Yara-N-Sensor eingesetzt. Er stand als erste fertig angebotene Lösung zu Projektbeginn zur Verfügung. Die „teilflächenspezifische Düngung mit dem N-Sensor“ vergleichen wir in unserem Projekt mit folgenden N-Düngungsvarianten:

  • „Betriebsüblich“. Sie wird nicht konstant gedüngt. Der Streuerfahrer greift vielmehr auf Grund seiner langjährigen Erfahrung und detaillierten Schlagkenntnis „steuernd“ über die +/– -Taste bei der Ausbringmenge abhängig vom Bestandesbild und den aktuell befahrenen Schlagteilen (Lehmkuppe, humose Senke) ein. Es war beim Strategievergleich nicht das Ziel, den Betrieb „in die Steinzeit zurückzuversetzen“ und betriebsüblich ein flächenkonstantes Streuen im Vergleich zum N-Sensor zu organisieren. Bei der Darstellung diverser Ergebnisse zum N-Sensor wird dies aber oft getan.
  • „Einmaldüngung“ mit stabilisiertem Stickstoff zu Vegetationsbeginn.

Die Versuchsschläge haben wir in drei Teilstücke unterteilt (Übersicht 2), deren Größe, Form und Lage wir nach folgenden Überlegungen festgelegt haben:

  • Wir wollen das existierende Fahrgassensystem nutzen.
  • Alle zuvor ermittelten Bodenscannerklassen sollen im Teilstück vertreten sein.
  • Durch die gewählte Teilstückgröße wollten wir das finanzielle Risiko der relativ neuen Varianten für den Landwirt überschaubar halten.

Die Anlage der Versuche erfolgte im ersten Versuchsjahr auf mehreren Schlägen. In den Folgejahren haben wir die Versuche auf den gleichen Schlägen mit den betriebsüblichen Fruchtfolgen: Raps/Winterweizen/-weizen bzw. Raps/W.weizen/-gerste fortgeführt. Innerhalb der Parzellen erfolgen Aussaat und Grunddüngung teilflächenspezifisch, aber nach einheitlichem Verfahren (Algorithmus) für alle N-Düngungsvarianten.

Auf alle Details beim Einsatz des N-Sensors können wir hier nicht eingehen. Einzelergebnisse des intensiven N-Monitorings und Probleme des...

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