Raps – neue Wege bei der Unkrautkontrolle Premium

Problemunkräuter und strenge Auflagen erschweren den Herbizideinsatz in Raps. Könnten Hacken plus Einsatz eines Nachauflaufherbizids die Lösung sein? Hier die neuen und bisherigen Strategien.

Auf Flächen mit langjährigem Rapsanbau ist Altraps oft das schlimmste Unkraut. Dass bei einem Anteil von 25% der Ertrag um 20% sinken kann, zeigen Untersuchungen aus Norddeutschland.

Einmalig ließen sich diese Altrapspflanzen zwar bequem in Clearfield-Raps bekämpfen. Da aber auch dieser ausfällt und später selbst zum Durchwuchsraps wird, ist der Ansatz aus unserer Sicht nicht nachhaltig.

Eine weitere Methode, um einem hohen Altraps- und Unkrautdruck zu begegnen, ist die Anlage eines falschen Saatbeets. Dabei wird das Saatbeet bis 10 Tage vor der Saat erstellt. Altraps, der bis zur Saat aufgelaufen ist, lässt sich mit Glyphosat abtöten. Die Aussaat sollte dann mit möglichst wenig Bodenbewegung erfolgen (einschlitzen), um einen erneuten Unkrautauflauf weitestgehend zu unterbinden.

Die bisherigen Erfahrungen mit diesem System sind bei passender Feuchtigkeit positiv. Um den Altraps ohne Bodenbewegung zu beseitigen, ist man allerdings auf Glyhosat angewiesen. Wird der Einsatz untersagt, steht kein geeignetes Herbizid mehr zur Verfügung. Eine Beseitigung des Aufwuchses mittels Abflämmen oder über Strom ist aus unserer Sicht wegen des hohen Energieaufwandes keine Alternative.

Ist Hacken plus Spritzen der Königsweg?

Einzelne Betriebe sind dazu übergegangen, Flächen mit besonders viel Ausfallraps zu hacken. Dazu säen sie den Raps mit 45 cm-Reihenabstand (mit Rübensägeräten und geeigneten Lochscheiben), um zwischen den Reihen hacken zu können. Die Saatmenge wird bei diesem Verfahren gegenüber der Normalsaat um 25% reduziert. Dass die Erträge trotz der erweiterten Reihen nicht sinken, zeigen Versuche von Dr. Joachim Bischoff, LLG Sachsen-Anhalt. Wichtig dabei ist, dass Sämaschine und Hackgerät die gleiche Arbeitsbreite haben und die Abstände zwischen den Säaggregaten genau gleich sind.

Nachteilig bei diesem Verfahren ist das erhöhte Risiko durch Schnecken. In feuchten Jahren können die auseinanderliegenden Saatreihen zu regelrechten Schneckenautobahnen werden. In diesen Fällen müssen Sie energisch mit einer frühzeitigen Anwendung von Schneckenkorn gegenhalten.

Bei trockenem Wetter können Sie den Raps etwa vom 3. Laubblattstadium bis zum Reihenschluss hacken. In den frühen Stadien sind Bleche oder Scheibenseche vonnöten, die den Raps vor Verschüttung abschirmen. Fahren Sie zu Anfang rund 7 km/h. Mit zunehmender Größe des Rapses können Sie dann schneller fahren – günstig ist es, wenn dabei auch etwas Erde in die Rapsreihe gelangt.

Je nach Fahrgeschwindigkeit, Ausstattung der Hacke und Flächengröße sind 35 bis 65 €/ha für einen Hackdurchgang zu kalkulieren. Nach dem Hacken lässt sich oft ein Wachstumsschub beobachten. Zudem werden Mäuse gestört. In trockenen Jahren ist es auch von Vorteil, dass Wasser konserviert wird. Nachteilig ist dagegen, dass die Erosionsgefahr durch die Bodenlockerung steigt.

Soweit so gut – aber wie lässt sich das Unkraut in der Reihe bekämpfen? Da Bandspritzgeräte noch wenig verbreitet sind, wird in der Regel ein Bodenherbizid auf der gesamten Fläche vorgelegt. Das ist aber unbefriedigend, da das Hacken den Herbizidfilm wieder zerstört. Da trifft es sich gut, das mit Belkar kürzlich ein Herbizid zugelassen wurde, mit dem man auch im Nachauflauf Unkräuter bekämpfen kann.

Neues für den Nachauflauf

Das neue Herbizid Belkar lässt sich – unabhängig davon, ob der Raps gehackt werden soll oder nicht – im Nachauflauf von EC 12 bis 18 einsetzen. Es enthält die Wirkstoffe Halauxifen und Picloram. Beide gehören zu den Wuchsstoffen. Sie wirken in erster Linie über die Blätter. Ist es feucht, bringen sie auch eine gewisse Bodenwirkung.

Um Wuchsdeformationen am Raps zu vermeiden, darf der Einsatz mit 0,25 l je ha erst erfolgen, wenn der Raps neben zwei Keimblättern auch zwei Laubblätter hat. Die volle Menge von 0,5 l/ha sollte nicht vor dem 6. Laubblattstadium des Rapses zum Einsatz kommen. Belkar ist solo und im Pack...

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Artikel geschrieben von

Matthias Bröker

Redakteur Ackerbau/Grünland

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