Rapsschädlinge: Droht 2017 ein Desaster? Plus

Rapsglanzkäfer lassen sich mit keinem Insektizid mehr zu 100% packen. Auch der Kohlschotenrüssler zeigt sich vermehrt unbeeindruckt. Welche Strategien noch wirken, weiß Manja Landschreiber, LWK Schleswig-Holstein.

Mit zum Teil nur 15 dt/ha rutschten die Rapserträge 2016 nicht nur in Norddeutschland ins Bodenlose, auch in den anderen Bundesländern blieben sie mit 10 bis 25% klar unter den gewohnten Ergebnissen. Auswinterungsschäden, Trockenheit und Sclerotinia-Befall spielten dabei eine wichtige Rolle. Hauptverursacher waren jedoch die Schädlinge. Diese sicher zu bekämpfen, wird auch künftig schwieriger (siehe Standpunkt auf Seite 89). Welche Strategien empfehlen sich?

Neue Produkte für 2017?

Gleich vorweg: Für die kommende Saison ist mit keiner neuen Zulassung oder Genehmigung von Insektiziden gegen Rapsschädlinge zu rechnen. Die Mittel von 2016 sind somit die Produkte für 2017 (siehe Übersicht 2, ab Seite 90). Kleine Neuerungen gibt es aber bei zwei Insektiziden dennoch:

  • Das Mittel Biscaya lässt sich gegen Kohlschotenrüssler und Kohlschotenmücke in der Blüte wieder anwenden. Im März 2016 hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) den Einsatz des Produktes gegen die Kohlschotenmücke verboten und gegen beißende Insekten eingeschränkt. Grund für die Entscheidung war der von der EU von 0,2 auf 0,05 mg je kg abgesenkte Rückstandshöchstgehalt in Honig für den Wirkstoff Thiacloprid. Im Zuge einer neuen EU-Verordnung wurde dieser Rückstandshöchstgehalt auf den früheren Wert zurückgesetzt, sodass das BVL seine Anordnung wieder aufheben konnte.
  • Anstelle des Mavrik-Citro-Packs bietet der Hersteller nun Mavrik Vita an. Das Produkt besitzt den gleichen Wirkstoff und behält seine Indikationen, hat aber eine leicht geänderte Formulierung. Die Beistoffe hat das Unternehmen ausgetauscht und durch modernere ersetzt. Dadurch soll sich das Insektizid für Vielfachmischungen besser eignen. Problematisch waren bislang vor allem Mischungen mit Bor, da durch den Mikronährstoff der pH-Wert darin anstieg. Die Folge: Der Wirkstoff baute sich schneller ab. Die im Pack enthaltene Zitronensäure wird nun als solo gelisteter Zusatzstoff vertrieben und bietet somit mehr Flexibilität beim Handel.

Unabhängig von der Wirkstoffklasse sind alle Insektizideinsätze auf das nötige Maß zu beschränken. Ihren Bestand sollten Sie daher immer erst dann behandeln, wenn der Schädlingsbefall die Bekämpfungsschwelle überschritten hat. Die genauen Schwellen und wie Sie diese ermitteln, lesen Sie in Übersicht 1.

Gelbschale als wichtiger Helfer:

Der erste Schritt ist das Aufstellen der Gelbschalen im Frühjahr. Denn nur mit ihrer Hilfe lässt sich ermitteln, ob Sie gegen den Großen Rapsstängelrüssler und Gefleckten Kohltriebrüssler vorgehen müssen. Tipps, wo z.B. die Schale am besten auf der Fläche steht, entnehmen Sie der Checkliste.

In Gebieten, in denen der Große Rapsstängelrüssler auftritt, ist ein frühzeitiges Platzieren der Gelbschale entscheidend. Weil der Käfer zum Erwachen auf den vorjährigen Rapsflächen nur geringe...


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