Rapsschädlinge richtig in Schach halten

Vermeiden Sie vorschnelle Insektizideinsätze im Raps – denn diese fördern Resistenzen. Überdenken Sie unbedingt jede Anwendung! Gelbschalen helfen Ihnen, den Befall richtig einzuschätzen.

Der Rapsanbau in Deutschland sinkt weiter und die Zahl der noch zugelassenen Wirkstoffe und Produkte auch. Das wichtige Mittel Plenum ist weggefallen, Biscaya folgt in Kürze. Die Genehmigung des Wirkstoffs Thiacloprid läuft am 29. April 2020 aus. Die Abverkaufs- und Aufbrauchfristen für Biscaya waren bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.

Resistenz-Problem wächst

Dazu kommt, dass Rapsschädlinge immer öfter Resistenzen aufweisen. Gegenüber Pyrethroiden sind nicht nur Rapsglanzkäfer häufiger resistent, sondern auch der Rapserdfloh, die Grüne Pfirsichblattlaus, der Schwarze und der Gefleckte Kohltriebrüssler sowie der Kohlschotenrüssler. In Resistenztests konnte das Julius Kühn-Institut (JKI) z.B. beim Gefleckten Kohltriebrüssler einen starken Anstieg feststellen. Lag der Resistenzfaktor (Verhältnis von 10 resistenten Käfern zu 10 sensitiven) im Jahr 2015 noch bei 9,4, stieg er 2019 auf 21,3 an. Das ist bereits eine beginnende Resistenz.

Beim Kohlschotenrüssler ist die sogenannte kdr-Resistenz mittlerweile stark fortgeschritten. Der Grund: Häufig bekam der Rüssler durch sein frühes Auftreten im Rahmen der Glanzkäferbehandlung unfreiwillig Pyrethroide ab. Zudem war die Spritzung gegen Schotenschädlinge und Weißstängeligkeit über viele Jahre eine kombinierte Maßnahme. Für später auftretende Rüssler und Mücken waren dann nur noch Teilmengen von Pyrethroiden übrig.

Bei den Rapsglanzkäfern hat die metabolische Resistenz in den letzten Jahren weiter zugenommen. Zusätzlich ist auch von einer beginnenden Resistenz gegen Neonikotinoide auszugehen.

Gelbschale früh aufs Feld

Die Hauptwirkstoffe im Raps bleiben die resistenzgefährdeten Pyrethroide. Unterschiedlich in der Art und Wirkstoffmenge, aber alle mit dem gleichen Wirkmechanismus. Um den Einsatz auf das notwendige Maß zu beschränken, ist es wichtig zu wissen, was auf dem Acker los ist. Das erfahren Sie mithilfe von Gelbschalen (siehe Checkliste, Seite 94). Warum Sie diese früh aufstellen sollten, zeigen folgende Beispiele:

  • Der Große Rapsstängelrüssler flog 2019 in Schleswig-Holstein erstmalig vom 15. bis 17. Februar in die Rapsbestände. Es standen kaum funktionsbereite Gelbschalen auf dem Acker. Erst Ende Februar konnten Landwirte die zweite Zuflugswelle auf relevanten Flächen behandeln.10

  • In den letzten beiden Jahren traten in Gelbschalen in Thüringen lokal über 1000 Gefleckte Kohltriebrüssler innerhalb weniger Tage auf.11

Kennen Sie die Schädlinge?

Weil aber nicht jeder Schädling sofort ertragsrelevante Schäden anrichtet, sollte man sie kennen:

Der Große Rapsstängelrüssler erwacht schon bei Bodentemperaturen von ca. 5°C auf vorjährigen Rapsflächen. Das ist oft Mitte Februar der Fall. Zügig sucht der Rüssler dann nahe gelegene Rapsschläge für die Eiablage. Dabei schädigt das Weibchen den Raps, weil es für die Ei-Nischen Wuchsstoffe ausscheidet. Dadurch entstehen die typisch verdrehten...


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