Rüben: So gelingt der Herbizideinsatz Premium

Wichtige Wirkstoffe stehen auch in Rüben in der Diskussion. Über wirksame und verträgliche Spritzfolgen für Ihren Standort sowie über ein neues Herbizidsystem berichtet Harald Bauer, Arbeitsgemeinschaft Südwest.

Unkräuter in Rüben zu bekämpfen ist vor allem aus zwei Gründen aufwändiger als im Getreide:

  • Die Rübe reagiert als langsam wachsende Pflanze in ihrer Jugendentwicklung empfindlich auf Unkrautkonkurrenz.4

  • Zur effektiven Unkrautkontrolle sind immer Tankmischungen mehrerer Produkte erforderlich.5

Deshalb ist es umso wichtiger, die richtige Balance zwischen Wirkung und Kulturverträglichkeit zu finden.

Altunkräuter vorher beseitigen:

Milde Winter begünstigen das Wachstum von Unkräutern. Bis zur Saat können sie sich dann so stark entwickeln, dass man sie mit der Saatbettbereitung nicht mehr sicher ausschalten kann. Ein weiteres Problem entsteht oft bei warmer Winterwitterung durch nicht abgefrorene Zwischenfrüchte.

In diesen Fällen ist es sinnvoll, den Aufwuchs vor der Saat mit Glyphosat-haltigen Mitteln wie Clinic TF oder Dominator 480 TF zu behandeln. Wer die Maßnahme vor der Bodenbearbeitung durchführt, kann eine sichere Wirkung erwarten, weil alle Unkräuter gut benetzt werden. Zwischen der Spritzung und der folgenden Bodenbearbeitung sollten bei Unkräutern möglichst 4 bis 5 Tage vergehen, damit der Wirkstoff auch in die Wurzeln gelangt. Gegen Ölrettich empfiehlt sich die volle Aufwandmenge des Glyphosat-haltigen Mittels. Dehnen Sie dann die „Wartezeit“ bis zur Bodenbearbeitung auf mindestens 8 Tage aus.

Einige Glyphosat-Produkte wie Dominator 480 TF lassen sich auch bis maximal 5 Tage nach der Saat anwenden. Dabei ist aber zu beachten, dass die Unkrautwirkung im Vergleich zur Vor-saatanwendung häufig schlechter ist. Denn Teile der Unkräuter werden bei der Aussaat bedeckt und nehmen somit etwas weniger Wirkstoff auf. Um Rübenschäden zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Rübenpillen gut mit Erde bedeckt sind.

Fehlen Wirkstoffe für NAK‘s?

Nachauflaufanwendungen mit reduzierten Mittelmengen, eingesetzt im Keimblattstadium der Unkräuter, haben sich seit vielen Jahren in der Praxis bewährt. Je nach Verunkrautung und Witterung sind 2 bis 4 Behandlungen notwendig. Die meisten Rübenanbauer führen drei Spritzungen im Abstand von ca. 10 bis 14 Tagen durch.

Generell eignen sich gegen Unkräuter Tankmischungen aus blatt- und bodenaktiven Wirkstoffen. Die Mittelwahl und Aufwandmengen richten sich nach den aufgelaufenen Unkrautarten, deren Größe und Konstitution (Wachsschicht). Die Bodenwirkstoffe Metamitron, Ethofumesat, Chloridazon und Dimethenamid reduzieren oder verhindern das Auflaufen neuer Unkräuter. Zusätzlich unterstützen sie die Wirkung der blattaktiven Wirkstoffe Phenmedipham (PMP) und Desmedipham (DMP).

Doch diese stehen seit kurzer Zeit wegen ihrer möglichen Auswirkungen auf die Anwender in der Diskussion (siehe dazu auch Seite 61). Derzeit erscheint ein Verbot von DMP oder gar beiden Wirkstoffen möglich. Der Zeitplan sieht derzeit vor, dass die Wirkstoffe zur Saison 2019 noch zur Verfügung stehen und für 2020 eine Aufbrauchfrist greift.

Danach, zur Saison 2021, könnten diese wichtigen blattaktiven Wirkstoffe zur Unkrautkontrolle fehlen. In bundesweiten Versuchen prüfen wir seit 2018, wie sich eine gute Unkrautkontrolle mit den verbliebenen Wirkstoffen erreichen lässt.

Geeignete Spritzfolgen:

Tritt auf Ihrer Fläche eine „normale“ Verunkrautung aus Weißer Gänsefuß, Knötericharten, Ehrenpreis, Klettenlabkraut usw. auf, reicht in den meisten Fällen eine Grundmischung aus z.B. 1,25 l/ha Betanal maxxPro + 1,5 bis 2,0 l/ha Goltix Titan (siehe Übersicht 1). Bei einer ausgeprägten Wachsschicht (Trockenheit) oder bei bereits etwas größeren Unkräutern mit erstem Laubblatt empfiehlt es sich, die Betanal maxxPro-Menge um 0,25 l/ha zu erhöhen. Sind die Rüben dagegen sehr empfindlich, weil die Wachsschicht schwach ausgeprägt ist, sollte man die Menge von Betanal maxxPro um 0,25 l/ha reduzieren. Schwach ist die Wachsschicht z.B. nach einem schnellen ...

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Artikel geschrieben von

Matthias Bröker

Redakteur Ackerbau/Grünland

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