Schützen Sie Ihre Gerste vor Krankheiten! Plus

Ramularia und Netzflecken sind in Wintergerste künftig kaum noch zu kontrollieren. Mehr denn je sind ausgefeilte Strategien gefragt.

Die Probleme im Ackerbau werden in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Neben einer immer schwierigeren Kontrolle der Ungräser auf Fuchsschwanzstandorten wird auch die Bekämpfung zumindest einzelner Krankheiten nicht mehr in jedem Fall gelingen. Denn Zulassungsbeschränkungen bis hin zu Wirkstoffverlusten und der daraus resultierende einseitige Einsatz weniger Wirkstoffe führen schnell zu Resistenzen.

Aktuell ist diese Problematik bei der Wintergerste am weitesten fortgeschritten. Ramularia – in vielen Regionen die wichtigste Krankheit der Gerste – wird nur noch in dieser Saison sicher kontrollierbar sein. Aber auch andere Krankheiten darf man nicht mehr unbedarft behandeln. Vielmehr gilt es, die Intensität am Krankheitsdruck auszurichten. Wichtig sind zudem Einsätze zum optimalen Zeitpunkt unter Einhaltung eines wirksamen Resistenzmanagements. Mehr denn je ist darauf zu achten, in jedem Jahr auf Grundlage von Versuchen, Beobachtungen und Laboruntersuchungen das Fungizidpotenzial und die Krankheitstoleranz der angebauten Sorten zu überprüfen.

In Wintergerste sind Mehltau, Halmbruch, Rhynchosporium-Blattflecken, Zwergrost, Netzflecken und Ramularia die wichtigsten Krankheiten, die bei starkem Befallsdruck zu Ertragsverlusten führen können. Davon sind Mehltau, Netzflecken und Ramularia am stärksten resistenzgefährdet.

Stand der Resistenz

Bei Halmbruch und Rhynchosporium sind bis dato keine Wirkungsverluste der Fungizide zu beobachten. Bislang ließen sie sich mit Prochloraz gut kontrollieren. Allerdings hat die EU-Kommission kürzlich im Rahmen der EU-Neubewertung für diesen Wirkstoff den Rückstandshöchstgehalt angepasst. Dieser wurde auf die analytische Nachweisgrenze reduziert. Die Folge davon ist, dass man Prochloraz-haltige Produkte wie Mirage, Ampera, Kantik und Eleando in Gerste nicht mehr verwenden darf. Wieder ein Wirkstoff weniger – gilt aber nur für Gerste. Mit sehr guter Wirkung können Sie jetzt gegen Rhynchosporium nur noch mit Prothioconazol vorgehen. Gegen Halmbruch ist neben Prothioconazol auch Cyprodinil aus Kayak hoch wirksam.

Auch gegen Zwergrost ist noch keine nachlassende Wirkung bekannt. Der Pilz trat in den letzten Jahren zwar weit verbreitet und in einzelnen Sorten wie Baracooda, Higgins, Kosmos, Orbit, Lomerit, Quadriga oder SU Ellen auch mit hoher Befallsstärke auf, in Wintergerste ist er aber leicht zu bekämpfen. Nur wenn früh ein starker Befall vorkommt, sind gezielte Behandlungen erforderlich, wie z.B. die Zumischung von Tebuconazol zu Kayak, das fast keine...


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