So bleiben Ihre Rüben gesund Premium

Mittlerweile bestimmen Resistenzen die Fungizidstrategie in Rüben. Cercospora bereitet fast bundesweit Probleme. Mehr denn je ist nun die richtige Fungizidstrategie gefragt.

Der Druck mit Blattkrankheiten in Rüben war in den letzten beiden Jahren mittel bis stark. Aber auch ein massiver Krankheitsbefall ließ sich auf vielen Flächen beobachten, vor allem mit Cercospora. Sogar in Rübenanbauregionen mit bisher mäßigem Druck, wie z.B. in Franken oder den Anbaugebieten Mittel- und Norddeutschlands, kam es zu deutlichem Befall. Doch was ist die Ursache dafür, dass insbesondere Cercospora immer stärker zuschlägt?

Ein Grund ist, dass sich der Pilz in immer mehr Anbaugebieten breitmacht. Zudem steigt der Druck durch die oft mangelhafte Bekämpfung und die höheren Temperaturen stetig an. Spekuliert wird auch über eine Anpassung des Erregers. Zusätzlich mindern Resistenzen den Bekämpfungserfolg.

Symptome richtig zuordnen

Wichtig ist, sich trotz niedriger Rübenpreise nicht dazu verleiten zu lassen, an der Fungizidintensität zu sparen. Denn andernfalls verschärft sich das Resistenzproblem. Richten Sie die Intensität daher weiterhin am Witterungsverlauf, an der Empfindlichkeit der Sorte und am Wirkverlust der eingesetzten Fungizide aus. Um die Strategie optimieren zu können, sollte man die Erreger zudem möglichst gut kennen:

Für eine Infektion mit dem bedeutensten Schadpilz Cercospora (Fotos 1 und 2) ist Blattnässe erforderlich. Optimal für seine Ausbreitung sind Temperaturen von 25 bis 30°C und 100% Luftfeuchtigkeit. Allerdings hat das vergangene Jahr gezeigt, dass bei hohen Temperaturen bereits Taubildung für eine starke Infektion reicht. Die Annahme mancher Rübenanbauer, dass ein Befall wegen der Trockenheit im Jahr 2018 nicht möglich wäre, erwies daher sich als Trugschluss.

Weil Cercospora-Infektionen überwiegend von Blattresten des Vorjahres ausgehen, ist der Druck bei hoher Rübenanbaudichte in der Region bzw. bei unmittelbarer Lage an Rübenschlägen des Vorjahrs höher. Wer die Rübenköpfe und Blattreste sauber unterpflügt, kann den Infektionsdruck erheblich senken.

Zu Befallsbeginn ist die Gefahr groß, Cercospora mit Pseudomonas-Blattflecken (Foto 3) zu verwechseln. Verursacher dieser Flecken ist ein Bakterium. Nach Starkregenfällen oder bei leichtem Hagel sind die Symptome von Pseudomonas in den betroffenen Flächen frühzeitig zu sehen. Von Fungiziden lassen sich die Bakterien nicht beeindrucken.

Die Krankheit Ramularia (Foto 4 auf Seite 60) kam in den vergangenen Jahren eher selten vor. Dieser Pilz kann sich bereits bei 16 bis 20°C optimal vermehren. Tritt er auf, sind auf den Blättern häufig Mischinfektionen mit Cercospora zu finden. Bei den Fungizidmaßnahmen gegen Cercospora wird Ramularia miterfasst.

Vor allem in anfälligen Sorten istEchter Mehltau (Foto 5) häufig zu finden. Oft sind Rhizoctonia-tolerante Sorten anfälliger für Mehltau. Die Ertragsrelevanz ist allerdings deutlich geringer als bei Cercospora. Starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht mit Taubildung fördern die Entwicklung des Pilzes.

Zu einem verstärkten Befall mit Rübenrost (Foto 6) führen überdurchschnittlich hohe Temperaturen. In der Regel erlangt der Pilz aber keine wirtschaftliche Bedeutung, weil Fungizide ihn gut erfassen.

In den letzten beiden Jahren haben Fungizideinsätze gegen den bestehenden Krankheitsdruck 10 bis 25% Mehrertrag gegenüber den unbehandelten Varianten erzielt. In Starkbefallsjahren kann der Ertragsverlust auf über 30% steigen. Das zeigen Versuche des AELF Deggendorf sowie der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Alarmierende Resistenzsituation

Große Probleme bereiten die seit Jahren zunehmenden Resistenzen bzw. Wirkverluste gegen Cercospora. Beginnend im Jahr 2012 ließ sich in Bayern an einzelnen Standorten eine Resistenz des Pilzes gegenüber Strobilurinen feststellen. Bereits 2015 zeigten Untersuchungen, dass in weiten Teilen Bayerns (außer Franken) keine nennenswerte Leistung von dieser Wirkstoffgruppe mehr zu erwarten war. Aktuelle Ergebnisse aus Bayern (2018) belegen nun Folgendes: Rund 80% der...

Verpassen Sie nichts mehr!

Erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt ganz unverbindlich.

Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Das könnte Sie auch interessieren


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen