Getreidedüngung

So düngen Sie Ihr Getreide richtig an

Wie hoch die erste N-Gabe in Getreide ausfallen sollte, hängt von Bestandesdichte, Bodenart und Vorfrucht ab.

Wie hoch die erste N-Gabe in Getreide ausfallen sollte, hängt von Bestandesdichte, Bodenart und Vorfrucht ab. Empfehlungen für Winterweizen, -gerste und -roggen gibt Dr. Hansgeorg Schönberger, N.U. Agrar GmbH.

Das Wintergetreide entwickelte sich im Herbst 2012 nahezu optimal. Selbst der Anfang November bestellte Weizen hat bereits das 4. Blatt gebildet und beginnt zu bestocken.

Die sehr früh bis Mitte September gesäten Getreidepflanzen liefen, bedingt durch die Keimruhe und Trockenheit, oft erst verspätet auf. Diese Bestände sind daher nicht zu üppig entwickelt.

Wie viel Start-N für Weizen?

Der Weizen ist, abhängig von Saattermin und Vorfrucht, unterschiedlich entwickelt. Die meisten Bestände lassen sich in diesem Jahr wie folgt einteilen (Übersicht 1):

  • Gut bestockte Bestände mit aktuell 800 bis 1 000 kräftigen Trieben je m²: Hier hat die einzelne Pflanze 3 bis 5 Triebe mit mindestens 3 Blättern und je nach N-Versorgung 2 bis 6 schwache Nebentriebe mit je 1 bis 2 Blättern gebildet. Diese Weizenbestände sollten Sie nur verhalten andüngen. Nitrathaltige Dünger, die bestockungsanregend wirken, sind in diesem Fall weniger geeignet.

Um die Ährenbildung zu fördern, sollte die N-Düngung bis zum Doppelringstadium (um den 20. März) erfolgen. Bei hoher Grundversorgung mit Stickstoff im Boden (über 40 kg/ha Nmin in der Krume) kann die Startgabe auch unterbleiben. Die N-Düngung im Frühjahr können Sie dann zusammenfassen und ab EC 31 durchführen. Dazu eignet sich (stabilisierter) Harnstoff am besten.

  • Ausreichend bestockte Bestände mit 500 bis 700 kräftigen Trieben je m²: Die Einzelpflanzen haben meist 2 gute Triebe und 2 bis 3 schwache Triebe entwickelt. Die N-Startgabe können Sie auch in diesen Beständen zurücknehmen, um die 2. N-Gabe in EC 31 stärker zu betonen. Die 2. und 3. N-Gabe lassen sich dann wiederum zusammenfassen. Die Düngerform spielt für die Startgabe eine eher untergeordnete Rolle. Zum Schossen empfehlen sich auf sandigen Böden mit geringer Pufferung nicht mehr als 30, auf bindigen Tonböden nicht mehr als 50 kg je ha Nitrat-N in einer Gabe.
  • Bestände, die mit der Bestockung gerade beginnen (280 bis 350 Keimpflanzen je m²): Hier hat der Haupttrieb meist 3 bis 4 Blätter gebildet. In der Achsel des ältesten Blattes ist der erste Seitentrieb zu erkennen. Selbst diese Bestände werden bis zum Übergang in den Langtag (Anfang April) ausreichend stark bestockt sein. Daher ist zwar eine frühzeitige, aber nicht zu hohe Andüngung mit Stickstoff angebracht. Denn dann können Sie früh, z. B. vor einer Trockenphase im April, die Anschlussgabe ausbringen.

Die Startgabe und die 2. N-Gabe können Sie in diesen Weizenbeständen auch kombinieren. Geeignet sind dann stabilisierte N-Dünger. Um die Bestockung zu unterstützen, sollte der Dünger 10 bis 25 kg/ha N als Nitrat-Stickstoff enthalten, wie z. B. Entec. Das gilt vor allem, wenn in der Krume weniger als 10 (sandige Böden) bis 20 (tonige Böden) kg/ha Nmin vorliegen. Alternativ können Sie auch 20 bis 50 kg/ha N als KAS bzw. 40 bis 70 kg/ha N als ASS oder Volldünger (mit Nitrat) vorlegen, um anschließend den Rest in einer Gabe zu düngen. Zu Qualitätsweizen ist in der Regel eine zusätzliche Spätgabe notwendig.

  • Weizenbestände, die erst um Weihnachten aufgelaufen sind und 2 bis 3 Blätter je Pflanze gebildet haben: In diesen Fällen gilt es, die Bestockung und...

top agrar plus

Mit top+ weiterlesen

top agrar
Digital

Jahresabo

117,60 EUR / Jahr

Spare 6% zum Monatsabo

  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Artikel kommentieren und mitdiskutieren
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt abonnieren
top agrar
Digital

Monatsabo

9,80 EUR / Monat

1. Monat kostenlos

  • Tagesaktuelle Nachrichten, Preis- und Marktdaten
  • Exklusive Beiträge, Videos und Hintergrundinfos
  • Artikel kommentieren und mitdiskutieren
  • Preisvorteile auf Webinare und Produkte
Jetzt abonnieren
top agrar
Digital + Print

Jahresabo

124,20 EUR / Jahr

Sehr beliebt

  • Alle Vorteile des Digitalabos
  • 12x pro Jahr ein Heft
  • Zusätzliche Spezialteile Rind und Schwein wählbar
  • Kostenlose Sonderhefte
Jetzt abonnieren
Bereits Abonnent?

Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste zum Thema Ackerbau dienstags per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.