So packen Sie Durchwuchskartoffeln Plus

Zunehmend milde Winter befeuern das Problem mit Durchwuchskartoffeln – nicht nur als Unkraut, sondern auch als Krankheitsschleuder. Bekämpfen Sie die Ausfallknollen möglichst gezielt.

Immer häufiger fällt im Mai eine ungewollte Zweitkultur auf Ackerschlägen auf: Durchwuchskartoffeln. Sie wachsen in Rüben, Getreide oder Mais oft sogar besser als in den Kartoffelschlägen. Dass die nach der Ernte auf den Flächen verbleibenden Knollen im Folgejahr öfter wieder austreiben, liegt an den zunehmend milderen Wintern. Der tiefe Bodenfrost fehlte auch in diesem Jahr, um die Knollen nachhaltig zu schädigen.

Desaströse Schäden

Wichtig ist, gezielt gegen die Ausfallpflanzen vorzugehen. Denn jede Staude kann bis zu 20 Tochterknollen bilden. Mit der Bodenbearbeitung verteilen sich die Knollen meist unbemerkt über den Acker. Gelangen sie in tiefere Bodenschichten und bleiben vom Frost verschont, behalten sie ihre Keimfähigkeit über mehrere Jahre. Nach und nach können sie ganze Äcker überwachsen. Das Schadpotenzial dieser Knollen durch direkte oder indirekte Ertragsschäden ist enorm. Denn Durchwuchskartoffeln

  • sind wie alle anderen Unkräuter Wasser-, Licht- und Nährstoffkonkurrenten für die angebaute Hauptkultur,
  • können durch ihr dichtes Laub bei höherer Bestandesdichte das Mikroklima in der Hauptkultur verändern und dadurch den Infektionsdruck von Pilzkrankheiten erhöhen,
  • können Sorten durchmischen,
  • sind über die gesamte Vegetationsperiode ein Ausgangspunkt für Kartoffelkrankheiten wie Krautfäule, weil kontinuierlich Sporen des Erregers über Windverwehungen in benachbarte Kartoffelschläge gelangen und
  • setzen das gesamte System der Fruchtfolge außer Kraft, wovon bodenbürtige Schaderreger wie Rhizoctonia oder die beiden Quarantäneschaderreger Kartoffelkrebs und Kartoffelzystennematoden (Globodera spp.) profitieren.

Wie extrem wichtig es ist, die Ausfallkartoffeln zu beseitigen, zeigt auch Folgendes: Wächst eine nematoden-anfällige Sorte durch, vermehren sich die Kartoffelzystennematoden besonders stark, wie Übersicht 1 verdeutlicht. Nach anfänglich nur leichtem Anstieg entwickelt sich der Befall innerhalb weniger Jahre fast explosionsartig. Solch eine Fläche wieder zu sanieren, ist sicherlich eine Aufgabe für mehr als eine Generation.

Herbizide helfen

Das Ziel beim Bekämpfen von Durchwuchskartoffeln ist, die Bildung von Tochterknollen zu verhindern. Daher müssen die Mutterknollen noch vor der Knollenneubildung nahezu vollständig zerstört sein. Rein mechanisch erweist sich das meist als schwierig.

Aber auch...


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