Strip Till – Strohfeuer oder dauerhafte Praxis? Plus

Der Hype um die Strip Till-Technik nimmt ab. Hält das Verfahren nicht das, was es verspricht? Doch – man muss nur die Kniffe des Einsatzes kennen.

Noch vor kurzer Zeit war das Thema Strip Till in aller Munde. Dass es darum etwas ruhiger geworden ist, liegt vor allem daran, dass das System zur Bodenart und zu den Kulturen passen muss. Ein Allroundverfahren, das „generell“ funktioniert, ist es nicht.

Ursprünglich kommt das Strip Till-Verfahren aus typischen Direktsaat-Regionen. Dort sorgt es für eine deutlich intensivere Bewirtschaftung im Vergleich zum herkömmlichen No Till-System. In Mitteleuropa hingegen ist die ganzflächige, krumentiefe Lockerung das gängigste Verfahren in der Grundbodenbearbeitung – entweder mit Pflug oder Grubber.

Die Umstellung auf ein Strip Till-System bedeutet für Betriebe in Deutschland daher in aller Regel die Intensität des Bodeneingriffs zu verringern. Das kann einen geringeren Wurzelraum zur Folge haben. Anders als beim Wechsel von Direktsaat zu Strip Till sind deshalb nicht zwangsläufig Mehrerträge zu erwarten.

Welche Vorteile bietet Strip Till?

Doch auch unter mitteleuropäischen Bedingungen gibt es pflanzenbauliche Gründe, die für die Strip Till-Technik sprechen:

  • Der größte Effekt besteht darin, dass vorlaufende Zinken die Saatreihe von Ernterückständen befreien. Das vermindert die Aufgangsverluste und wirkt sich positiv auf die Jugendentwicklung der Kultur aus. Anders als in den gängigen Mulchsaatsystemen kommt es somit zu keiner frühzeitigen Konkurrenz zwischen Stroh und Saatkörnern um Wasser sowie Nährstoffe.
  • Abhängig von der Intensität der Vorarbeit verbleiben vergleichsweise viele Ernterückstände auf der Oberfläche zwischen den Streifen. Dies liegt an den schmalen (Meißel-)Scharen der Strip Till-Geräte. Weil eine Einmischung selbst bei hohen Fahrgeschwindigkeiten kaum stattfindet, schützen die verbleibenden Rückstände an der Oberfläche effektiv vor Erosion und Verdunstung.

Nicht zu unterschätzen ist zudem der Effekt auf die Bodentemperatur. In den vergangenen Hitzesommern kam die isolierende Wirkung der Ernterückstände besonders deutlich zum Tragen. Bei Temperaturen über 40 °C keimen nur noch wenige Arten. Zu ihnen gehört der Weiße Gänsefuß. Er konnte sich bei dieser Hitze in frisch bestellten Ackergras- und Rapsbeständen ungestört entwickeln, während die Kulturpflanzen nur zögerlich aufliefen. Durch die kühlende Mulchauflage behielten die...

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