Tankmischungen im Getreide: Was geht, was geht nicht? Premium

Mischungen von Pflanzenschutzmitteln untereinander oder mit AHL bzw. Mikro-Nährstoffdüngern sind weit verbreitet und haben viele Vorteile.Allerdings gibt es aber immer wieder unliebsame Überraschungen wie Pflanzenschäden, Ertragseinbußen oder verstopfte Düsen und Filter.Vor allem bei neueren Mitteln oder Zusätzen ist das Verhalten der Mischpartner oft nicht bekannt. Aus haftungsrechtlichen Gründen weisen die meisten Pflanzenschutzfirmen auf Mischungsprobleme in den Gebrauchsanleitungen hin.Fehlt diese Angabe,muss die technische Mischbarkeit vom Landwirt zunächst in einem durchsichtigen Gefäß oder einem Eimer überprüft werden. Diese Zeit muss sein! Meist werden so bereits Mischungsprobleme festgestellt,die ohne vorherige Überprüfung zu Düsenverstopfungen oder sogar zu Ausfällungen in der Spritze geführt hätten.Mischungen sollten nicht unnötig bei abgeschaltetem Rührwerk stehen bleiben,sondern umgehend ausgebracht werden.Nicht selten flocken unter diesen Bedingungen auch unbedenklich beschriebene Mischungen aus. Reihenfolge beachten! Zu beachten ist die Mischungsfolge,die der Hersteller vorschreibt.Beispielsweise kann CCC oder Ethephon und größere Mengen von Mangan-,Magnesium-,Kupfer-oder Zinksulfat den pH-Wert der Lö-sung in einen zu sauren Bereich verschieben,sodass andere organische Wirkstoffe in der Wirkung vermindert,unter Umständen sogar zerstört werden. Zusätzlich führt die Zugabe hoher Aufwandmengen von Ethephon,Harnstoff,Ammonthiosulfat (ATS)oder Schwefelsaures Ammoniak (SSA)zu einem deutlichen Absinken der Temperatur in der Spritzbrühe.Bei verminderten Temperaturen sinkt der Sättigungsgrad für ein Pflanzenschutzmittel,Ausflockungen im Tank und Filter-oder Düsenverstopfungen sind dann die Folge. Werden in Gelatine-Beuteln verpackte Wirkstoffe in kaltem Wasser aufgelöst, können Gelatine-Reste zu verstopften Filtern führen,weil kaltes Wasser die Lösungsgeschwindigkeit deutlich herabsetzt. Bei Mischungen sollten deshalb die zugeführten Mengen der Flüssigdünger in der Summe etwa 5 kg/ha nicht überschreiten, Auflösungen nur in warmem Wasser erfolgen und Ethephon immer als letzter Partner zugegeben werden. Meistens werden Verträglichkeitsprobleme schon wenige Tage nach der Ausbringung sichtbar und können auch zu wirtschaftlichen Einbußen führen.Solche Probleme werden bei bestimmten Mittelkombinationen mit z.B.ethephon-, bifenox-oder ethylesterhaltigen Wirk-stoffen verstärkt beobachtet. Bleiben solche Spritzbrühen längere Zeit ohne Rührwerk stehen und kommt es dabei zur Entmischung,dann zeigen sich häufig bei Spritzbeginn verstärkte Symptome oder es kommt zu starken Schäden der Bestände. Auch das Überschreiten bestimmter Konzentrationen (z.B.bei AHL)ührt häufig zu Verträglichkeitsreaktionen.In der Pflanzenzelle löst sich der Zellinhalt von der Zellwand (Plasmolyse).Ursache ist meist der osmotische Druck der Düngerlösung,der um ein Vielfaches über dem der Zelle liegt.Erst ab einem Mischungsverhältnis der Volumenanteile von AHL und Wasser ab 1:3 geht die Verätzung zurück.Bei der optimalen Oberflächenspannung der AHL-Lösung wird dann ein Kompromiss zwischen Bedeckung und Pflanzenverträglichkeit gesucht. Unter keinen Umständen darf die Oberflächenspannung der AHL-Lösung durch den Zusatz der Pflanzenschutzmittel zu stark herabgesetzt werden,weil dann Verträglichkeitsprobleme vorprogrammiert sind.Aus diesen Gründen sollte auch immer AHL-Markenware verwendet werden (pur,mit einem Biuretgehalt unter 0,5 %),die nicht mit Wasser verdünnt wurde. Bei nicht ausreichender Wachsschicht sind SC-formulierte Pflanzenschutzmittel in Mischung mit AHL häufig verträglicher als die ölhaltigen EC-Formulierungen. Die nachfolgenden Hinweise für Mischungen im Getreide beinhalten Empfehlungen der Pflanzenschutzindustrie sowie eigene Erfahrungen.Diese Sammlung kann allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben,da nicht immer alle Bedingungen (z.B.Wassertemperatur, Wasserhärte,Eisengehalt im Wasser) gleich sind. Weil Witterung und Anwendung außerhalb des Autoren-und Herstellereinflusses stehen,werden Haftungsansprüche für eventuelle Schäden ausgeschlossen.Für die nachfolgenden Mischungskombinationen wird eine Wassermenge von mindestens 200 l/ha unterstellt.Allgemein sollte auch eine Wassertemperatur von 10 °C nicht unterschritten werden.Kaltes Brunnenwasser ist beson-ders bei Mischungen mit Harnstoff oder Ethephon nicht geeignet und sollte vorher angewärmt werden. Herbizide und...

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