Untersaaten in Mais – so gelingen sie Premium

Grasuntersaaten in Mais schützen vor Erosion, binden Stickstoff und lassen sich als Biogassubstrat nutzen. Tipps zum Anbau gibt Heinrich Romundt, LWK Niedersachsen, Bremervörde.

Vor allem in niederschlagsreichen, erosionsgefährdeten Lagen setzen immer mehr Anbauer auf Grasuntersaaten in Mais. Ziel ist es dabei, dass sich zwischen den Maisreihen Gräser etablieren, die sich nach der Ernte zu einem dichten Bestand entwickeln.

Gründe für die Untersaat:

Eine Grasuntersaat begrünt die Ackerflächen fast ganzjährig und fördert damit die Bodenfruchtbarkeit. Zudem durchwurzeln die Gräser den Boden intensiv, was die Bodengare verbessert. Weitere Vorteile:

  • Die Pflanzendecke über Winter mindert Wasser- und Winderosion.
  • Winterharte Gräser konservieren die in der Pflanze gespeicherten Nährstoffe. Mehrjährige Versuche dazu haben gezeigt, dass ein Speicherpotenzial von durchschnittlich 40 kg N/ha zu erwarten ist. Das spart Düngerkosten und verbessert den Grundwasserschutz.
  • Die Böden lassen sich bei der Mais-ernte besser befahren. Zudem verschmutzen die Straßen weniger.
  • In engen Fruchtfolgen beeinflusst eine Grasuntersaat die Humusbilanz positiv.
  • Bei ausreichender Wasserversorgung im Frühjahr lassen sich die Grasaufwüchse z. B. als Biogassubstrat nutzen. So sind im Rahmen des Zweitfruchtanbaus drei Ernten in zwei Jahren möglich.
  • Im Winter bieten ­gute Untersaatbestände unserem hei­mischen Wild zusätzliche Äsungsfläche.

Neben diesen Vorteilen ist es wichtig, dass die Maiserträge durch die Untersaat nicht leiden. Versuche der Landwirtschaftskammer Niedersachsen dazu haben gezeigt, dass die Maiserträge bei optimal durchgeführter Grasuntersaat nahezu gleich bleiben (siehe Übersicht 1). So erreichten die Varianten mit Deutschem bzw. Welschem Weidelgras und die Leguminosen-Untersaat das Ertragsniveau der Kontrolle. Die Rotschwingel-Variante lag dagegen leicht darunter. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Nmin-Gehalte mit Untersaat deutlich niedriger sind.

Frühe Maissorten wählen:

Ob eine Grasuntersaat gelingt, hängt von vielen Faktoren ab. So beeinflussen die Bodenfeuchtigkeit zur Keimung, die Wüchsigkeit der Gräser, die Schattenverträglichkeit, die Regeneration nach der Ernte und die Winterhärte die Entwicklung der Gräser.

Ist der Boden ausreichend feucht, keimen die Grassamen bereits nach wenigen Tagen. Bei Trockenheit kann sich die Keimung dagegen 2 bis 3 Wochen hinauszögern. Um die Auflaufrate zu stabilisieren, bietet sich die kombinierte Ausbringung von Gülle oder Gärresten mit den Gräsersamen im Schleppschlauchverfahren an. Die gleichzeitige Einarbeitung der Samen mithilfe der Schleppschuhtechnik wird derzeit erprobt. Erfahrungen belegen, dass eine an­schließende lange Sommertrockenheit besonders für Weidelgräser nachteilig ist.

Wichtig bei Grasuntersaaten ist auch die Wahl der optimalen Maissorte. Wie stark der Mais die Gräser beschattet, hängt vor allem von der Bestandesdichte und dem Maistyp (Blattstellung, Wuchslänge) ab. Schließt der Mais die Reihen früh, ist das für die Unkrautunterdrückung zwar gut, hemmt aber die Entwicklung der Gräser. Daher sind Eng-saaten bzw. hohe Bestandesdichten oder stark beschattende Maistypen tabu. Weil zwischen der Wuchslänge und dem Maisertrag keine absicherbare Wechselbeziehung besteht, bieten sich vor allem kürzere Maistypen an.

Einfluss auf die Herbstentwicklung der Untersaat hat auch der Erntetermin des Maises bzw. die Nutzungsrichtung. Je später die Maisernte, desto geringer entwickeln sich die Gräser im Herbst. Zu empfehlen ist daher der Anbau einer frühreiferen Maissorte. In Norddeutschland belegen z. B. mehrjährige Auswertungen der Landessortenversuche nur einen geringen Ertragsvorteil des mittelspäten ...

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