Weizen: Auf ertragsstabile gesunde Sorten setzen Premium

Die Trockenheit begrenzt die Erträge und die Preise steigen nicht in den Himmel. Da lohnt es sich, auf gesunde Sorten zu setzen, um Kosten zu sparen.

Hitze und Trockenheit bestimmten die Vegetation der letzten beiden Jahre – darauf reagierten auch die Weizenerträge. Vor allem die kleinräumige Niederschlagsverteilung und Bodengüte wirkten sich auf den Ertrag aus, während Sortenunterschiede meist gering ausfielen. Dennoch: Die letzten Jahre ermöglichen es, ertragsstabile Sorten zu finden, die mit Wetterextremen besser klarkommen.

Wichtig ist aber auch, die Pflanzengesundheit stärker in den Fokus zu rücken. Unsichere Erträge und niedrigere Preise verlangen nach kostengünstigen Fungizidstrategien. Darüber hinaus nehmen Resistenzen zu und Wirkstoffe fallen weg. Daher gilt es, den Sortenwechsel zu beschleunigen. Zwar versprechen Neuzulassungen nicht immer einen Ertragssprung. Fortschritte in der Pflanzengesundheit sind aber oft vorhanden.

Nicht nur der Ertrag zählt

Dass der Ertrag zwar immer noch ein wichtiges, aber nicht mehr das alleinige Sortenkriterium ist, belegen die Vermehrungsflächen. RGT Reform (A) ist die mit Abstand meistvermehrte Sorte, obwohl die Erträge im letzten Jahr eher rückläufig waren. Grund dafür sind ihre ausgeglichenen Sortenresistenzen ohne deutliche Schwächen sowie eine gute Standfestigkeit und Winterhärte. Allerdings nimmt die Anfälligkeit gegenüber Gelbrost- und vor allem Septoria zu. Dies liegt auch am großen Anbauumfang. Daher wird der zukünftige Anbau eher zurück gehen.

Gleichzeitig nahm die Vermehrungsfläche der Sorten Informer (B), LG Initial und Asory (beide A) sprunghaft zu. Die Neuzulassungen aus 2018 zeigten sehr gute Erträge sowie ausgewogene Eigenschaften. Die Vermehrungsfläche liegt aktuell bei jeweils etwa 2500 ha und damit schon über den bewährten, aber krankheitsanfälligen Sorten Tobak und Benchmark, die sogar Fläche verloren. Dieser Trend wird sich noch verstärken, da die Erträge der gesünderen Sorten mindestens gleichwertig sind.

Der Übersicht 1 entnehmen Sie die mehrjährigen Erträge auf verschiedenen Standorten Niedersachsens. Bei den neuen Sorten ist der mittlere Ertrag aus den LSV-Ergebnissen 2016 bis 2018 um die Ergebnisse aus Wert- und EU-Prüfungen erweitert. Damit lassen sich diese bereits verlässlicher beurteilen.

Im A-Bereich setzt sich ertraglich im Mittel aller Standortgruppen die Sorte Asory an die Spitze, die offensichtlich mit trockenen Bedingungen, wie im letzten Jahr, vergleichsweise gut zurechtkommt. Dies zeigt sich besonders auf den Sandstandorten. LG Initial erreicht über alle Standortgruppen sehr ausgeglichene, hohe Erträge. Auch LG Imposanto liegt ertraglich mehrjährig über der Sorte RGT Reform. Nordkap, Apostel und der frühreife Grannenweizen Euclide fallen ertraglich etwas ab.

Unter den B-Sorten erreicht Informer bei deutlich besserer Blattgesundheit das Niveau der bislang ertragsstärksten Sorte Benchmark. KWS Talent zeigt mehrjährig stabile Erträge, vor allem als Blattfruchtweizen. Die frohwüchsige Sorte punktet auch bei späten Saatterminen. Faustus besticht durch seine gute Druscheignung, jedoch...

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Artikel geschrieben von

Anne Katrin Rohlmann

Redakteurin Ackerbau/Grünland

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