Wie viel Mais vertragen Kartoffel-Fruchtfolgen?

Sinkende Erträge und massive Qualitätsprobleme sind die Quittung für zu hohe Maisanteile in Kartoffel-Fruchtfolgen. Wo die Grenzen liegen, und wie Sie Probleme pflanzenbaulich anpacken, erklärt Karl Gröschl, NU-Agrar.

Der Anbauboom bei Mais hat zur Folge, dass dieser immer öfter mit Kartoffeln in einer Fruchtfolge steht. In vielen Fällen ist der Mais die direkte Vorfrucht vor der Kartoffel. In einigen Extremfällen besteht die Fruchtfolge sogar ausschließlich aus Mais und Kartoffeln. Qualitätsprobleme sind hier vorprogrammiert.

Aufgrund der hohen Vorzüglichkeit des Maises kann man sich jedoch in Zukunft nicht ganz gegen den Mais in der Kartoffelfruchtfolge wehren. In den kommenden Jahren wird sein Anteil in der Fruchtfolge sogar weiter zunehmen. Um Qualitätsrisiken zu minimieren, müssen Kartoffelanbauer jedoch einige Punkte beachten.

Überträger von Rhizoctonia:

Ein stets heiß diskutiertes Problem von Mais in der Kartoffelfruchtfolge ist Rhizoctonia. Die schwarzen Dauerkörper des Rhizoctonia-Pilzes („Teerflecken“) vermindern den Marktwareertrag von Speisekartoffeln. Das Dry Core-Symptom und die Verwachsungen wirken sich in jeder Verwertungsrichtung negativ aus.

Hinzu kommen die beachtlichen Ertragseinflüsse durch diesen Pilz. So vermindern Primärinfektionen die Stängel-anzahl, was unweigerlich zu einem geringen Ertragspotenzial führt. Bei stärkerem Befall kommt es zu beachtlichen Pflanzenausfällen. Deshalb ist die Rhizoctonia in der Pflanzkartoffelproduktion ein sehr ernst zu nehmendes Problem.

Nach einer Rhizoctonia-Infektion werden die Leitbahnen in den unteren Stängelabschnitten blockiert. Hierdurch kommt es zu einem verminderten Wasser- und Nährstofftransport in die oberen Pflanzenteile (Wipfelroller-Symptom). Zudem werden die Assimilate nicht ausreichend abgeleitet. Die Folge sind eine schlechtere Trockentoleranz, Spätblüher und schlecht abreifende Bestände. Bei Ertragseinbußen im zweistelligen Prozentbereich muss man selbst im Stärkekartoffelanbau diesem Schadpilz eine große Beachtung schenken.

Im Mais ist Rhizoctonia ebenfalls eine wichtige Krankheit. Jedoch führen hier meist andere Stämme zu den bekannten Verfärbungen und Trockenfäulen am Stängel. Über seine große, schwer verrottbare organische Substanz dient der Mais allen Rhizoctonia-Stämmen als potenziel­ler Überträger. Dieser Pilz kann auf jeder organischen Substanz über­dauern. Je langsamer der Abbau vonstatten geht, umso höher ist das Infektionsrisiko.

Schlechte Bodenstruktur

Immer wieder wird die schlechte Bodenstruktur nach Mais diskutiert. Schaut man sich die Erntetechnik an, ist das auch nicht verwunderlich. Häcksler und Drescher laufen dort mit sehr großen Arbeitsbreiten auf schwach dimensionierten Rädern. In Punkto Bodendruck stellt die Mais-Erntetechnik jeden Rübenroder in den Schatten. Denn sie bringt zum Teil 80 % des Gesamtgewichtes auf die Vorderräder, die wegen der im Straßenverkehr zulässigen Breite nicht zu groß dimensioniert sein können.

Mit Blick auf die letzten Jahre wird aber auch klar: Die Technik kann nicht das einzige Problem sein. Die Getreideernte war meist nässer als die Maisernte. Zur Getreideernte wird bekanntlich eine ähnliche Technik eingesetzt. Demnach müssten die Probleme ähnlich sein. Dies zeigt sich in der Praxis jedoch nicht.

Eine wesentliche Ursache für die schlechte Bodenstruktur liegt in der Wurzelarchitektur des Maises. Die Maispflanze hat ein sehr flaches Wurzelsystem. Nährstoffe nimmt sie vor allem im Bereich 0 bis 20 cm auf. Je ungünstiger die Bodenstruktur zwischen den Reihen ist, umso kompakter ist die Nährstoffaufnahme um den eigentlichen Wurzelballen konzentriert. So beschränkt sich die Nährstoffaufnahme des Maises häufig auf weniger als 50 % des Krumenvolumens. In diesem Bereich nimmt er zum Teil 300 kg/ha Kalium, 70 kg/ha Magnesium, 25 kg/ha Kalzium und etwa 100 kg/ha Ammonium auf.

Der Entzug dieser basisch wirksamen Kationen verringert im Bereich des Wurzelballens den pH-Wert erheblich. Rechnerisch werden hier 400 kg/ha Kalziumäquivalent entzogen. Die Folge ist eine schlechte Bodenstruktur im Bereich des Wurzelballens und eine starke Verholzung, die mit einer schlechten Rotte der Wurzel einhergeht. Bei bis zu 100 000 Wurzelballen je Hektar ist davon zumindest ein Drittel der Krume betroffen. Bedenkt man, dass ein verholzter Wurzelballen bis zu zwei Jahre zur Rotte benötigt, kann...


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