1,7 Mrd. Euro Wertschöpfung durch Bienen in Deutschland

Die deutschen Imker erbringen mit ihren Bienenvölkern jedes Jahr eine volkswirtschaftliche Leistung von etwa 1,7 Milliarden Euro. Diese Summe haben Wissenschaftler der Universität Hohenheim in einer Studie berechnet, in der erstmals eine ökonomische Analyse des Imkerei-Sektors in Deutschland vorgenommen wurde.

Die deutschen Imker erbringen mit ihren Bienenvölkern jedes Jahr eine volkswirtschaftliche Leistung von etwa 1,7 Milliarden Euro. Diese Summe haben Wissenschaftler der Universität Hohenheim in einer Studie berechnet, in der erstmals eine ökonomische Analyse des Imkerei-Sektors in Deutschland vorgenommen wurde. Finanziert wurde das Projekt vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN).
 
Nach den Daten des Forscherteams profitiert vor allem die Landwirtschaft von der Arbeit der Imker. Allein die Bestäubungsleistung der Bienen beziffert das Forscherteam auf rund 1,6 Milliarden Euro pro Jahr. Die Wertschöpfung der Honig- und Bienenwachsproduktion fällt dagegen mit rund 120 Millionen Euro deutlich geringer aus. Würden Imker ihre Arbeit einstellen und Honigbienen als Bestäuber ausfallen, gingen die Erlöse im Acker-, Obst- und Gemüsebau laut Studie im Durchschnitt um mehr als 40 Prozent zurück.
 
Allerdings gibt es bezüglich der Bestäubungsleistung große Unterschiede zwischen den einzelnen Kulturen. Während Honigbienen bei Äpfeln, Birnen, Kirschen und Pflaumen im Schnitt für 65 Prozent mehr Ertrag sorgen, sind es bei Raps, Sonnenblumen, Soja und Ackerbohnen etwa 25 Prozent. Auch im Gemüsebau sind die Insekten ein wichtiger Faktor. So macht der Bienenbesuch bei Kürbis und Zucchini bis zu 95 Prozent des Ertrags aus.
 
Um im Erwerbsobstbau und -gemüseanbau eine optimale Bestäubung zu erreichen, empfehlen die Forscher Landwirten, Obst- und Gemüsebauern, die Imker für den gezielten Einsatz ihrer Völker angemessen zu entlohnen. Darüber hinaus sollten sich Imker und Landwirte privat oder über kommunale Zusammenschlüsse intensiver austauschen, um eine Balance zwischen Bienenschutz und Pflanzenschutz zu erreichen.