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7 Tipps: Machen Sie Ihr Grünland jetzt winterfest - so gehts

Mit dem letzten Schnitt des Jahres sind die Arbeiten im Dauergrünland noch nicht abgeschlossen. Sorgen Sie jetzt für einen guten Start in die Saison 2022.

Unsere Expertin: Katharina Weihrauch, Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen

Nach den Trockenjahren, die dem Grünland erheblich schadeten, war der Sommer 2021 in den meisten Regionen Deutschlands mild und feucht. Doch die Nässe brachte auch einige Probleme: Durch die unbeständige Witterung war es schwierig, den richtigen Schnittzeitpunkt zu treffen. So ließen sich Bodenverdichtungen nicht immer vermeiden. Auch konnten sich die in den Narbenlücken der Vorjahre sprießenden Unkräuter weiter ausbreiten. Umso wichtiger ist es nun, das Grünland mit den richtigen Herbstmaßnahmen gut über den Winter zu bringen.

1. Wie Pflegen?

Die in den vergangenen Jahren entstandenen Narbenlücken ließen sich oft nicht sicher schließen, da den Nachsaaten regelmäßige Niederschläge fehlten. So konnten sich anspruchslosere Gräser wie die Gemeine Rispe ausbreiten. Doch anders als bei Trockenheit verspricht ein Striegeleinsatz bei sehr feuchten Böden wenig Erfolg gegen Gemeine Rispe und wolliges Honiggras. In diesen Fällen hilft nur eins: Abwarten, bis der Oberboden gut abgetrocknet ist.

Haben sich im Grünland sogenannte fakultative Kräuter wie Schafgarbe, Löwenzahn oder Honiggras ausgebreitet, ist es wichtig, diese konsequent zurückzudrängen. Bis zu welchen Ertragsanteilen Sie fakultative Pflanzen dulden können, sehen Sie hier:

Werden diese Anteile überschritten, vermindert sich die Leistungsfähigkeit des Grünlandes in Bezug auf Ertrag und/oder Qualität. Handelt es sich bei den zu häufigen fakultativen Pflanzen um Kräuter, können Sie diese chemisch als Einzelpflanzenmaßnahme oder ganzflächig bekämpfen. Bei starker Verunkrautung mit Wurzelunkräutern können Sie auch flach mit der Kreiselegge arbeiten. In jedem Fall sollte die Maßnahme spätestens kurz nach dem letzten Schnitt erfolgen. Denn nur so kann eine folgende Nachsaat die entstandenen Lücken bis zur Vegetationsruhe noch schließen.

Ist dies nicht der Fall, können erneut Unkrautsamen in den Narbenlücken keimen und die Fläche wieder verunkrauten. Für das laufende Jahr empfiehlt es sich, Pflanzenschutzmaßnahmen bis zum 1. Oktober und alle weiteren Pflegemaßnahmen möglichst bis zum 15. Oktober abzuschließen.

2. Nachsaat

Auf extensiv bewirtschaftetem Grünland ist dieses Jahr häufig keine Nachsaat nötig. Durch gute Wachstumsverhältnisse wurden die unerwünschten Pflanzen von den Gräsern zum Teil unterdrückt. Zudem kamen die Gräser dank der späten Schnitte zur Samenreife und haben sich durch Aussaat selbst vermehrt. Auf den feuchten Böden konnten und können die Samen hervorragend keimen. Waren Flächen allerdings schon zu Jahresbeginn verunkrautet, breiteten sich unerwünschte Pflanzen weiter aus.

Wer aufgrund von Narbenschäden noch eine Nachsaat plant, sollte sich nach der letzten Schnittnutzung beeilen. Damit die Gräser die Narbenlücken noch bis zur Vegetationsruhe schließen können, darf der Saattermin nicht zu knapp vor dem Winter liegen. Vor allem Mischungen mit Rotklee danken es, wenn sie früh – am besten noch im September – in den Boden kommen.

Beachten Sie, dass sich nicht jede Nachsaatmischung für jeden Standort eignet. Auch innerhalb der Pflanzenarten gibt es teils deutliche Sortenunterschiede hinsichtlich Ertrag und Futterqualität. In extremen Fällen kann es sogar vorkommen, dass zwei Säcke derselben Gräsermischung vom selben Vermehrer unterschiedliche Sorten enthalten. Ein Blick auf die Sackanhänger lohnt sich demnach. Das gilt auch dann, wenn Sie mit dem Produkt bislang zufrieden sind.

Ein Vergleich mit den Sorten- und Mischungsempfehlungen der zuständigen Länderdienststellen zeigt, wie gut die Mischung zu Ihrem Betrieb passt. Als Nachsaat für vier- bis fünfschnittige Siloflächen empfiehlt sich die Qualitätsstandardmischung GV. Für z.B. Hessen finden Sie die Empfehlungen online unter www.llh.hessen.de

Wichtig sind die Reifegruppen der enthaltenen Gräser: Um über das ganze Jahr – unabhängig von Trockenperioden – bestmögliche Graserträge erzielen zu können,...