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70 Umweltschutzvereine fordern schärfere Pflanzenschutzmittel-Reduktion

Umweltschützer fordern ein Verbot der Beizung von Saatgut und der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Wohngebieten. Zudem müsste der PSM-Einsatz jeweils öffentlich nachlesbar sein.

Die Überarbeitung der EU-Richtlinie zur nachhaltigen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln sollte stärker auf nachhaltige Produktionsmodelle und eine „Zukunft ohne Pflanzenschutzmittel“ ausgerichtet werden. Das haben mehr als 70 Nichtregierungsorganisationen in der vergangenen Woche in einem Schreiben an die Europäische Kommission gefordert.

Notwendig sind nach Einschätzung der Organisationen unter anderem ambitioniertere und rechtlich verbindliche Reduktionsziele auf europäischem und nationalem Niveau sowie Vorgaben zur Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes, der zugleich weiterentwickelt werden sollte. Ferner sollten nationale Aktionspläne eingeführt werden, die durch die Kommission zu genehmigen seien.

Nicht mehr in der Verordnung sehen wollen die Organisationen Anreize für Präzisionslandwirtschaft und neue Züchtungstechniken. Dadurch werden nur das industrielle Landwirtschaftsmodell und die strukturelle Abhängigkeit von Pflanzenschutzmitteln gefestigt, so die Begründung. Verboten werden sollten gemäß dem Schreiben besonders schädliche Praktiken; dazu werden unter anderem das Sprühen aus der Luft, die Beizung von Saatgut sowie die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Wohngebieten und von Kindern genutzten Arealen gezählt.

Außerdem soll die Kommission sicherstellen, dass die Öffentlichkeit angemessenen Zugang zu Statistiken zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erhält und dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) dazu genutzt wird, nachhaltigere Produktionsmethoden zu fördern.

Schließlich wird gefordert, die Verordnung umzubenennen. Der bestehende Name sei ein Euphemismus, der auf Begriffen der Pflanzenschutzindustrie basiere.

Zu den Unterzeichnern des Schreibens gehören unter anderem die EU-Gruppe der Internationalen Vereinigung ökologischer Landbaubewegungen (IFOAM - Organics Europe), Greenpeace, Demeter International und die Europäische Koordination Via Campesina (ECVC). Aus Deutschland sind der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Zukunftsstiftung Landwirtschaft vertreten.


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