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Alternaria: Stressfreie Kartoffeln sind gesünder

Zunehmende Resistenzen und der Verlust wichtiger Wirkstoffe machen die Bekämpfung von Alternaria immer schwieriger. Wichtig ist der passende Spritzstart und der Wechsel von Wirkstoffen.

Unser Autor: Dr. Hendrik Hanekamp, Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Vermeiden Sie Stresssituationen bei Kartoffeln! Gestresste Pflanzen sind empfänglicher für Alternaria und begünstigen den Epidemieverlauf.

Ob ein Befall ertragsrelevante Ausmaße erreicht, beeinflussen jedoch mehrere Faktoren. Sorten der mittelfrühen bis späten Reifegruppen sind grundsätzlich gefährdeter für ertragsschädigenden Befall. Neben der Reifegruppe sind auch die Resistenz- und Toleranzeigenschaften der Sorten sehr unterschiedlich ausgeprägt. Jeder Anbauer kann zudem durch pflanzenbauliche Maßnahmen den Befall mit Alternaria beeinflussen. Im Folgenden werden Aspekte der Alternariakontrolle erläutert und Handlungsempfehlungen zur Bekämpfung gegeben.

Stress fördert Anfälligkeit

Der Erreger Alternaria solani gilt als wesentlicher Verursacher der Dürrfleckenkrankheit in Kartoffeln. Vor allem Stress durch Trockenheit oder hohe Temperaturen und dadurch auftretender Nährstoffmangel fördern einen Befall. Für eine erfolgreiche Infektion benötigt der Pilz warme Temperaturen (> 22°C) und eine feuchte Blattoberfläche. Auch der Zuflug saugender Insekten, wie z.B. Blattläuse, belasten die Kartoffelpflanze zusätzlich. Kontrollieren Sie die Bestände dahingehend.

Diese Stresssituationen sind in Verbindung mit auftretenden Starkniederschlägen oder einer regelmäßigen Beregnung besonders förderlich für Alternaria. Der Pilz nutzt – im Vergleich zu anderen Erregern – trocken-nasse Phasen sehr effektiv zur Infektion der Kartoffelpflanzen.

Erste Symptome treten vornehmlich auf älteren Blättern im unteren Drittel des Blattapparates auf. Nach einer Infektion werden innerhalb von fünf bis sieben Tagen erste Symptome sichtbar. Diese zeigen sich als scharf abgegrenzte braune Flecken mit einer Größe von 0,5 bis 2,0 cm, gekennzeichnet durch konzentrische Ringe. Die Flecken können verschmelzen und bestehen im Inneren aus abgestorbenem brüchigem Blattgewebe. Von dort ausgehend findet bei feuchtwarmen Bedingungen die massenhafte Vermehrung und Verbreitung im Bestand statt.

Treten längere Trockenperioden in der zweiten Hälfte der Wachstumsphase auf, kann sich Alternaria besonders stark in den Beständen etablieren und für eine vorzeitige Abreife sorgen. Hier gilt es, die...