Forschung

Artenreiche Zwischenfruchtmischungen machen Hauptfrucht leistungsfähiger

Die DSV berichtet über Resultate aus dem Bodenforschungsprojekt "CATCHY". Hier wird in zwei Fruchtfolgen untersucht, wie sich Zwischenfrüchte auf den Boden und dessen Biologie auswirken.

Abfrierende Zwischenfrüchte stellen auch in Trockenjahren keine Wasserkonkurrenz für die nachfolgende Hauptkultur dar und verbessern sogar den Bodenwasserhaushalt. Das ist laut der Deutschen Saatveredlung (DSV) ein Ergebnis aus dem Bodenforschungsprojekt "CATCHY" der Bundesregierung.

"Je höher die Pflanzenvielfalt in Zwischenfruchtmischungen ist, desto diverser ist die mikrobielle Gemeinschaft im Wurzelraum. In der richtigen Kombination können Mischungen als wirksames Instrument zur effizienten Nährstofferschließung und -freisetzung eingesetzt werden und damit die Hauptfrucht leistungsfähiger und robuster machen", erläutert Dr. Norman Gentsch, Institut für Bodenkunde Leibniz Universität.

Das Projekt

CATCHY ist ein Teil der Initiative "Boden als nachhaltige Ressource für die Bioökonomie - BonaRes" und wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2010 ins Leben gerufen. Über insgesamt neun Jahre wird in zwei unterschiedlichen Fruchtfolgen untersucht, wie sich Zwischenfrüchte auf den Boden und dessen Biologie und damit auf die Erträge der Hauptfrüchte auswirken.

An dem Projekt sind Mikrobiologen aus Bremen, Bodenkundler aus Hannover, Pflanzenernährer aus Gatersleben, Pflanzenbauer aus Triesdorf, Sozioökonomen aus Gießen und die Deutsche Saatveredelung AG (DSV) beteiligt. Die DSV bringt ihre langjährige Erfahrung mit Zwischenfrüchten und der Zusammenstellung von intelligenten Mischungen für den Zwischenfruchtanbau ein.

Wasserhaushaltsmanagement von zentraler Bedeutung

Durch die zunehmende Frühjahrs- und Sommertrockenheit in Folge des Klimawandels ist das Wasserhaushaltsmanagement auf den Anbauflächen von zentraler Bedeutung, berichtet die DSV weiter. Hier würden abfrierende Zwischenfrüchte einen klaren Vorteil gegenüber überwinternden Kulturen oder Brache bieten, heißt es. Stehende Biomasse und erhöhte Evaporation auf der Brache könne bei unzureichenden Niederschlägen zur Zehrung der Wasserreserven über den Winter führen. Dagegen bildet die Zwischenfrucht nach dem Abfrieren eine Mulchdecke.

Im Vergleich zur Brache gingen alle Zwischenfruchtvarianten im CATCHY Projekt, außer Senf im Frühjahr 2019, mit einem deutlichen Plus an Bodenfeuchte in die Maisaussaat. Durch die Ausnutzung verschiedener Wuchshöhen in den artenreichen Mischungen, bilden sich, ähnlich wie in einem Mischwald, unterschiedliche Stockwerke mit einem sehr dichten Pflanzenbewuchs, erklärt die DSV. Es entsteht ein Mikroklima, das die Feuchtigkeit nahe der Bodenoberfläche hält. Dieses spezielle Mikroklima führt dazu, dass die Flächen insgesamt weniger Wasser über Evapotranspiration verlieren und die Wasserbilanz optimiert wird.

Optimale Nährstoffbereitstellung durch artenreiche Zwischenfrüchte

Zum Zeitpunkt der Bodenbearbeitung im Frühjahr ist bereits ein Teil der abgefrorenen Zwischenfruchtbiomasse zersetzt. Besonders bei Senf wird der schnell verfügbare Stickstoffanteil früh umgesetzt. Zurück bleibt eine gerüststoffreiche Streu mit weitem C/N-Verhältnis, die im Frühjahr in den Boden eingearbeitet wird. Um die Senfstreu zu zersetzen, bedienen sich die Mikroorganismen über die gesamte Vegetationsperiode aus dem Mineraldüngerdepot der Folgefrucht. Es kommt zur Stickstoff-Immobilisierung in der mikrobiellen Biomasse.

Im Vergleich dazu lässt sich das C/N-Verhältnis in Zwischenfruchtmischungen durch geschickte Pflanzenauswahl deutlich optimieren. Am effektivsten soll laut DSV die Nährstofffreisetzung innerhalb des CATCHY Projektes aus der artenreichen Mischung TerraLife MaisPro TR Greening gewesen sein. Es wurde eine kontinuierliche N-Nachlieferung für die Folgefrucht gemessen und im Vergleich zu Senf ein Plus von 62 % N, 40 % P und sogar 91 % K festgestellt.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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