Schätzung

Auch Sachsen meldet unterdurchschnittliche Ernte

Die Erträge in Sachsen sind zwar besser als letztes Jahr, aber immer noch deutlich unter Durchschnitt. Das sollte allen zu denken geben. Agrarminister Schmidt kündigte Hilfe zur Selbsthilfe an.

Zwar konnten die Erträge des Dürrejahres 2018 bei fast allen Ackerkulturen in diesem Jahr übertroffen werden, doch blieben alle außer der Wintergerste unter dem mehrjährigen Mittel. Diese Bilanz über die vorläufigen Ernteergebnisse 2019 zog Sachsens Agrarminister Thomas Schmidt am Montag in Claußnitz gemeinsam mit dem Präsidenten des Sächsischen Landesbauernverbandes, Wolfgang Vogel.

Nach den bisherigen Druschergebnissen liegt der durchschnittliche Hektarertrag aller Getreidearten (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix) bei 66,5 dt/ha und damit um 10 % über dem niedrigen Vorjahresertrag (60,3 dt/ha), jedoch 5 % unter dem mehrjährigen Mittel (70,0 dt/ha im Mittel der Jahre 2013 bis 2018). Bei allen Kulturen sind je nach Niederschlagsmengen erhebliche regionale Ertragsunterschiede zu verzeichnen.

Wetterextreme nehmen zu

"Die Witterung hat Sachsens Landwirte in diesem Jahr erneut vor große Herausforderungen gestellt und die Klimaexperten können auch für die kommenden Jahre keine Entwarnung geben. Ihre Prognosen sagen voraus, dass Wetter- und Witterungsextreme zunehmen werden. Das bedeutet, dass Landwirte und Gartenbauer zunehmend größeren Risiken ausgesetzt sind - auch durch Hagel oder Trockenheit", sagte Landwirtschaftsminister Schmidt.

Damit Landwirte und Gartenbauer sich bei Schäden, die trotz aller Vorsorgemaßnahmen eintreten, absichern können, müssten bezahlbare Versicherungen und steuerliche Maßnahmen vor existenzgefährdeten Verlusten vorhanden sein. Dazu gehören laut Schmidt ein ermäßigter Steuersatz auch für Versicherungen gegen Schäden durch die Elementargefahr "Trockenheit", eine steuerbegünstigte Risikoausgleichsrücklage sowie eine staatlich geförderte Mehrgefahrenversicherung. Der Freistaat Sachsen setze sich hierfür auf Bundesebene ein.

Erntedetails

Die Wintergerste ist mit einen Ertrag von 73,1 Dezitonnen pro Hektar (im Vorjahr 2018 61 dt/ha) am besten mit den Witterungsbedingungen zurechtgekommen und liegt leicht oberhalb des mehrjährigen Mittels von 71,3 Dezitonnen pro Hektar.

Beim Winterraps wird von einem Ertrag von 33,3 Dezitonnen pro Hektar ausgegangen, im Vorjahr 2018 betrug er 30,4 Dezitonnen pro Hektar (sechsjähriges Mittel: 37,1 dt/ha).

Der durchschnittliche Winterweizenertrag in Sachsen liegt bei 70,6 Dezitonnen pro Hektar (2018: 65,4 dt/ha, sechsjähriges Mittel: 76,7 dt/ha).

Der durchschnittliche Sommergerstenertrag in Sachsen liegt mit 50,8 Dezitonnen pro Hektar sogar noch unter dem Vorjahresertrag von 54,0 Dezitonnen pro Hektar, (sechsjähriges Mittel: 55,4 dt/ha).

Der durchschnittliche Ertrag von Roggen einschließlich Wintermenggetreide bei 51,5 Dezitonnen pro Hektar (2018: 47,4 dt/ha, sechsjähriges Mittel: 53,9 dt/ha).

Die sächsischen Landwirte haben im Jahr 2019 auf rund 374 000 Hektar Getreide angebaut. Das mehrjährige Mittel umfasst den Zeitraum 2013 bis 2018.

Im Obstanbau wird für Äpfel derzeit ein Ertrag von etwa 70 000 t erwartet, aber eine Ertragsprognose ist wegen der starken Hagelschäden schwierig. In "normalen" Jahren werden rund 90.000 t erreicht. Bereits in den Jahren 2017 (69.714 t) und 2018 (75.390 t) hatten Frost und Dürre für deutlich unterdurchschnittliche Ernten gesorgt.


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