Geschäftszahlen

BASF 2018 mit leichtem Umsatzanstieg und Rückgang des Ergebnisses

Die BASF hat am Dienstag ihren Geschäftsbericht veröffentlicht. Der Umsatz stieg um 2 % auf Umsatz 62,7 Milliarden Euro. Der Gewinn EBIT sank dagegen um 17 % auf 6,4 Milliarden Euro.

BASF erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 62,7 Milliarden €. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 2 %. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr von 7,6 Milliarden € auf 6,4 Milliarden €.

Dazu trug vor allem das Segment Chemicals bei, das rund zwei Drittel des gesamten Ergebnisrückgangs ausmachte. Die Isocyanat-Margen sanken im zweiten Halbjahr stark. Auch die Crackermargen fielen 2018 in allen Regionen geringer aus als erwartet.

Insgesamt war 2018 laut BASF ein von schwierigen weltwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen geprägtes und von Handelskonflikten belastetes Jahr. Im zweiten Halbjahr habe der konzern eine wirtschaftliche Abkühlung in wichtigen Märkten gespürt, insbesondere in der Automobilindustrie, der größten BASF-Kundenbranche. Vor allem die Nachfrage chinesischer Kunden habe deutlich nachgelassen. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China trug hierzu bei. Weltweit wuchsen die Unsicherheiten. Viele Marktteilnehmer agierten deshalb sehr vorsichtig.

Als Reaktion darauf will BASF Strukturen und Prozesse anpassen, sagte BASF-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Brudermüller, der die Zahlen des Geschäftsjahres 2018 gemeinsam mit Finanzvorstand Dr. Hans-Ulrich Engel vorstellte.

Niedrigere Ergebnisse von Functional Materials & Solutions, Agricultural Solutions sowie Performance Products trugen ebenfalls zum Rückgang des EBIT vor Sondereinflüssen bei. Das Ergebnis bei Agricultural Solutions wurde durch negative Wechselkurseffekte in allen Regionen belastet. Hinzu kam ein stark negativer Beitrag aus den von Bayer akquirierten Geschäften, die BASF erst im August übernehmen konnte. Dies sei aufgrund der Saisonalität des Saatgutgeschäfts, das vor allem im ersten Halbjahr Erträge abwirft, ein Nachteil gewesen, heißt es. Zudem fielen Kosten für die Eingliederung der erworbenen Aktivitäten an.

Auch der außergewöhnlich lang andauernde niedrige Wasserstand des Rheins habe BASF zu schaffen gemacht. Die Rohstoffversorgung in Ludwigshafen per Schiff kam über weite Teile des 3. und 4. Quartals fast zum Erliegen. Infolgedessen musste BASF die Anlagenauslastung in Ludwigshafen reduzieren. Dies belastete das Ergebnis 2018 mit rund 250 Millionen €.

Die Sondereinflüsse beliefen sich vor allem akquisitionsbedingt auf minus 320 Millionen € verglichen mit minus 58 Millionen € im Vorjahr. Das EBIT verminderte sich um 20 % auf 6 Milliarden €. Mit 9,5 Milliarden € lag das EBITDA vor Sondereinflüssen um 12 % unter Vorjahr. Das EBITDA belief sich auf 9,2 Milliarden € gegenüber 10,8 Milliarden € im Jahr 2017.

Das Ergebnis je Aktie sank 2018 von 6,62 € auf 5,12 €. Das um Sondereinflüsse und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 5,87 € um 57 Cent unter dem Vorjahreswert.

Ergebnisentwicklung der BASF-Gruppe im 4. Quartal 2018

Im 4. Quartal 2018 stieg der Umsatz der BASF-Gruppe um 2 % auf 15,6 Milliarden €. Unterstützt von Performance Products, Functional Materials & Solutions sowie Agricultural Solutions konnten die Preise um 2 % angehoben werden. Die Mengen nahmen um 3 % ab, was vor allem auf den anhaltend niedrigen Wasserstand des Rheins und die damit verbundenen Produktionseinschränkungen infolge stark eingeschränkter Versorgung des Standorts Ludwigshafen mit wichtigen Rohstoffen zurückzuführen war. Portfolioeffekte aufgrund der Übernahme von Geschäften von Bayer bei Agricultural Solutions beliefen sich auf plus 3 %.

Das EBIT vor Sondereinflüssen lag im 4. Quartal mit 630 Millionen € um 59 % unter dem Wert des Vorjahresquartals. Deutlich niedrigere Ergebnisse bei Chemicals und Agricultural Solutions führten zu diesem Rückgang. Bei Chemicals waren niedrigere Margen im Isocyanat- und Crackergeschäft der Hauptgrund. Bei Agricultural Solutions belasteten akquisitionsbedingte Aufwendungen die Ergebnisentwicklung im 4. Quartal. In den Segmenten Performance Products sowie Functional Materials & Solutions konnte BASF das Ergebnis verbessern. Das Ergebnis wurde im 4. Quartal durch Versorgungsengpässe aufgrund des niedrigen Rheinwassers mit rund 200 Millionen € belastet.

Dividendenvorschlag von 3,20 €

„BASF will ihre Dividende auch in herausfordernden Zeiten steigern. Deshalb werden wir der Hauptversammlung eine um 10 Cent erhöhte Dividende von 3,20 € je Aktie vorschlagen. Damit bietet die BASF-Aktie auf Basis des Kurses am Jahresende 2018 eine sehr attraktive Dividendenrendite von 5,3 %“, so Brudermüller.

Ausblick für das Jahr 2019

Für das laufende Jahr geht BASF von einem mit 2,8 % voraussichtlich deutlich schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft aus als 2018 (3,2 %). Das Unternehmen erwartet, dass in der Europäischen Union die Inlands- und auch die Exportnachfrage aus Drittländern schwächer wächst. Für die USA geht BASF dagegen von einem soliden Wachstum aus. Die Impulse aus der US-Steuerreform sollten aber weniger stark als im Jahr 2018 wirken. Das Wachstum in China wird sich tendenziell weiter abschwächen. Es dürfte allerdings im Vergleich zu den fortgeschrittenen Volkswirtschaften weiterhin hoch bleiben. Für Brasilien prognostiziert BASF dagegen eine weitere konjunkturelle Erholung.

Folgende weitere wirtschaftliche Rahmenbedingungen für das Jahr 2019 liegen dem Ausblick zugrunde:

  • Wachstum der globalen Chemieproduktion im Jahr 2019 von 2,7 %
    (2018: +2,7 %)
  • Durchschnittlicher Ölpreis der Referenzrohölsorte Brent von 70 US$/Barrel
  • Wechselkurs von durchschnittlich 1,15 US$ pro €

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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