Vertical Farming

Bayer gründet Start-up für vertikale Landwirtschaft

Bayer und Temasek wollen mit ihrem neuen Start-up "Unfold" innovatives Gemüsesaatgut für den urbanen Anbau entwickeln. In das Projekt sollen zunächst 30 Mio. US-Dollar fließen.

Die Anbauflächen werden knapper, die Marktnachfrage nach regional und nachhaltig produzierten Lebensmitteln steigt, immer mehr Menschen ziehen in Großstädte: Das sind die Gründe für „Leaps by Bayer“, die Impact-Investment-Einheit der Bayer AG, gemeinsam mit der weltweit operierenden Investment-Firma Temasek aus Singapur, in das Geschäft mit Obst und Gemüse aus mehrstöckigen Gewächshäusern einzusteigen. In das neue Start-up namens Unfold sollen insgesamt 30 Mio. US-Dollar fließen. Das teilte Bayer am Mittwoch mit.

Genetisches Potenzial erschließen

Unfold soll innovatives Gemüsesaatgut entwickeln und hat sich zum Ziel gesetzt, im Vertical Farming (dt. vertikale Landwirtschaft) neue Maßstäbe bei Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit zu setzen. Das Joint-Venture sei das einzige Unternehmen, das seine Stärken darin habe, das genetische Potenzial im Vertical Farming zu erschließen, heißt es. Unfold konzentriere sich darauf, neue Saatgutsorten aus den Genen von Gemüsepflanzen zu entwickeln und diese mit Anbauempfehlungen für die speziellen Bedingungen in mehrstöckigen Gewächshäusern zu kombinieren. Wie die meisten Start-ups in der Branche, wirbt es mit einem geringeren Ressourcenverbrauch und einer besseren Ökobilanz der vertikalen Farmen gegenüber der konventionellen Landwirtschaft. Ob das High-Tech-Gemüse tatsächlich eine bessere Ökobilanz hat, ist noch nicht erwiesen.

An der Spitze des Start-ups steht John Purcell als CEO. Unfold wird als US-Unternehmen seinen Hauptsitz im kalifornischen Davis haben und Vertriebs-, Forschungs- und Entwicklungsstandorte in Kalifornien und Singapur unterhalten.

Vertikal Farming: In vertikalen Farmen – üblicherweise mehrstöckigen Gewächshäusern – werden Lebensmittel mithilfe von künstlichem Licht in geschlossenen Räumen angebaut. Nahrungsmittel können dort produziert werden, wo Anbauflächen knapp und die Bedingungen für die Landwirtschaft schwierig sind. Die Pflanzen wachsen schneller, weil die Lichtintensität in der Regel durch LED-Technik gesteuert wird. Zudem entfällt ein Großteil der Logistik und der Transportwege.

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