Bayer: neue Mittel und engere Kundenbindung

Das Pflanzenschutzunternehmen Bayer war mit dem Geschäft in diesem Frühjahr nicht zufrieden.

Das Pflanzenschutzunternehmen Bayer war mit dem Geschäft in diesem Frühjahr nicht zufrieden. Es litt unter folgenden ungünstigen Bedingungen:

  • Die schlechte Erlössituation in der Landwirtschaft,

  • dem verzögerten Saisonstart aufgrund des kühlen Frühjahrs,

  • regionale Trockenheit führte zu vermindertem Krankheitsauftreten, geringerer Krankheits- und Schädlingsdruck in der Rapsblüte,

  • überdurchschnittlicher Bestandsaufbau am Pflanzenschutzmitteln von 2015 auf 2016 mit der Folge von Preisrücknahmen bei Industrie und Handel,

  • Importdruck

Es ist davon anzugehen, dass der deutsche Pflanzenschutzmarkt sowohl auf Basis des Verkaufs als auch des Verbrauchs im ersten Halbjahr 2016 um ca. 15 % gesunken ist, so Dr. Helmut Schramm, Geschäftsführer der Bayer CropScience Deutschland GmbH. Bayer konnte bei Getreideherbiziden und -fungiziden weiterhin die führende Stellung im deutschen Markt behaupten. Bei Maisherbiziden hat Bayer dank der Einführung von Maister® power und Maister® power Aspect® Pack sowie den etablierten Laudis®-Kombinationen seine Marktposition deutlich ausbaut.

Vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat Bayer jetzt die langfristige Zulassung von Prosaro® zur Bekämpfung von Fusariosen im Mais erhalten. Die enthaltenen Wirkstoffe Prothioconazol und Tebuconazol beugen dem Befall durch ein breites Wirkspektrum gegen pilzliche Krankheitserreger vor. Das Mittel  stoppt vorhandene Infektionen und verhindert deren Ausbreitung. Insbesondere gegen Fusarium soll es eine hervorragende Wirkung erreichen. „Auf diese Weise werden Toxinbelastungen stark reduziert – die Basis für gesundes Futter und hochwertige Marktfrüchte“, resümierte Dr. Schramm.
 
Im Getreide-Beizsegment steht als Nachfolger für Baytan® UFB, die Thyphula-Beize mit Überwinterungsschutz in Gerste das Nachfolgeprodukt Baytan® 3 in den Startlöchern.
 
Für das neue Getreidefungizid Ascra® Xpro erwartet das Unternehmen Ende 2016 die Zulassung. Es ist eine Weiterentwicklung der Xpro-Fungizide Input® Xpro, Aviator® Xpro und Skyway® Xpro. Mit ihm soll es erstmals ein Fungizid mit dem Wirkstoff Fluopyram aus der Wirkstoffklasse der Benzamide geben. Diese neue Wirkstoffkombination ermöglicht ein deutlich verbessertes Wirkungsprofil, so Dr. Frank Wehner, Produktmanager für die Getreidefungizide.

Fluopyram wird schneller in die Pflanze aufgenommen und verteilt, sodass der Wirkstoff vor allem bei Blattflecken-Erregern wie Septoria-Arten, DTR /HTR, Rhynchosporium, Netzflecken sowie Echtem Mehltau seine schnelle Stoppwirkung entfalten kann. Die Stoppwirkung (= Kurativleistung) auf die interzellulär wachsenden Pilzhyphen soll exzellent sein. Die kontinuierliche Nachlieferung von Bixafen und Prothioconazol runden mit ihrer anerkannten Dauerleistung die nachhaltige Bekämpfung der pilzlichen Erreger ab. Fluopyram ist bereits nach sechs Stunden in der Pflanze verteilt. In kürzester Zeit stehen somit ausreichende Mengen aller Wirkstoffe im Blattgewebe zur Verfügung, um Pathogene sicher zu bekämpfen.

Zum frühen Termin eingesetzt wird an Angaben des Produktmanagers Halmbruch (Oculimacula spp.) in allen Getreidearten sicher bekämpft. Im Blattbereich sei die Leistung gegen Septoria-Arten und Mehltau an Weizen und Triticale, gegen Rhynchosporium secalis an Gerste und Roggen, Pyrenophora-Arten an Gerste und Weizen in allen Kulturen besonders hervorzuheben.

Bereits nach 15 Minuten sollen 70 % der Wirkstoffmenge und nach einer Stunde nahezu 100 % sicher angelagert sein. Das Mittel soll auch über einen „Stay Green“-Effekt bei den Getreidepflanzen verfügen.
Ascra® Xpro wurde in Weizen, Roggen und Triticale mit einer Aufwandmenge von 1,5 l/ha beantragt. Für die Anwendung in Gerste und Hafer wird die Aufwandmenge bei 1,2 l/ha liegen.  Im Frühjahr 2017 soll die Vermarktung des Produktes erfolgen. Aviator soll dann dem neuen Produkt weichen.
 
Viel Geld steckt Bayer in die neue Kundenplattform BayDir. „Mit dem neuen BayDir® werde die Beratungskompetenz aus dem Feld in die digitale Welt übertragen“, erklärte der Leiter Bastian Kalcher. Der Konzern bietet Landwirten, Beratern und Händlern an, auf der Plattform eien persönlches Profil mit Postleitzahl und Kulturen anzulegen.

„Das Portal BayDir® liefert ihnen dann regionale Beratung, aktuelle Informationen und das Bonusprogramm Premeo. Zum Service-Portal gehören Prognosen und Risikoeinschätzungen – konkret abgestimmt auf bis zu fünf hinterlegte Standorte und die gewählten Interessengebiete. Dazu gehören beispielsweise auch Hinweise über Befallsrisiken für verschiedenste Krankheiten und Schaderreger sowie konkrete Anwendungsempfehlungen. In der Rubrik Neuigkeiten sind Hinweise auf aktuelle Saisonentwicklungen, Fachbeiträge oder aktuelle Aktionen zu finden. Wichtige Warnhinweise können ab Herbst auch als Push-Nachricht bereitgestellt werden", so Schramm.
 
Ein weiterer Fokus des neuen BayDir® liegt auf Weiterbildungsangeboten mit Online- und Trainingsmöglichkeiten vor Ort. Mit Blick auf regionale Feldtage und Tagungen könnten sich registrierte Portal-Nutzer zu Hause am Computer anmelden und so noch vor der Veranstaltung Fragen an Bayer richten und auch bei der Nachlese an nützlichen Informationen partizipieren. Für Premeo-Teilnehmer gelten Kartennummer und Passwort jetzt auch als Zugang für BayDir®.  

Angeblich sollen sich bereits in der ersten Woche 5.000 Personenvon insgesamt 27.500 Premeo-Nutzern auf der digitalen „Rund-um-sorglos“-Plattform angemeldet haben. Sie vertrauen offenbar darauf, dass sie damit gut fahren, wenn sie alles aus einer Hand bekommen: Informationen, Beratung, Fortbildung und Produkte.

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