BBV

Bayerische Spargelernte fiel 2020 geringer aus

Angesichts der schwierigen Situation bedingt durch Corona sind die bayerischen Spargelhöfe im Durchschnitt zufrieden. Angebot und Nachfrage waren in dieser Saison im Großen und Ganzen ausgeglichen

Die Erntemengen von Spargel fielen in diesem Jahr in Bayern deutlich geringer aus als im Vorjahr. Der Hauptgrund hierfür liegt in der anfänglichen Unsicherheit der Betriebe zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr.

„Viele Betriebe wussten nicht, ob beziehungsweise wie viele ihrer Saisonkräfte zum Erntebeginn wirklich auf dem Betrieb sein würden und wie die Vermarktung trotz geschlossener Restaurants und Kantinen aufrechterhalten werden kann. Diese Unsicherheit führte dazu, dass Betriebe ältere Flächen komplett aus der Ernte herausnahmen und Junganlagen noch nicht in die Ernte hineinnahmen“, sagt Franziska Rintisch, Referentin für Obst- und Gartenbau beim Bayerischen Bauernverband. Die Grundfläche für die aktive Ernte war daher kleiner als im Vorjahr, weshalb auch die Erntemengen geringer ausfielen.

Das Wetter lag mehrheitlich auf Seiten der Spargelbauern: Es spielte in der aktuellen Saison sehr gut mit. Zu Saisonbeginn herrschte ideales Spargelwetter mit einem Mix aus viel Sonne, ab und zu Regen und milden Temperaturen. „Diese Wettermischung mögen die Spargelpflanzen. Sehr gute Qualitäten waren die Folge“, so Rintisch. Die zweite Saisonhälfte war geprägt durch eine kältere Regenphase, in der auf Grund des geringeren Spargelwachstums auch die Erntemenge zurückging.

„Angesichts der schwierigen Situation bedingt durch Corona sind die bayerischen Betriebe im Durchschnitt zufrieden. Angebot und Nachfrage waren in dieser Saison im Großen und Ganzen ausgeglichen“, bilanziert Rintisch. An den länger anhaltenden kühleren Tagen war gleichzeitig auch die Lust auf das Frühlingsgemüse beim Verbraucher gesunken.

Auch wenn die gewohnten Absatzwege durch die Gastronomie zu Beginn der Saison fast zum Erliegen gekommen waren, konnten die Umsatzeinbußen durch den privaten Konsum ausgeglichen werden. Bedingt durch Home-Office, fehlenden Urlaub sowie Schul- und Kitaschließungen waren die Verbraucher mehrheitlich daheim und kochten mehr.

„Hofläden und Einzelhandel meldeten eine starke Nachfrage nach frischem Spargel“, so Rintisch. Die Preise seien zu Saisonbeginn traditionell etwas höher gewesen, gingen in der Mitte zurück und flachten sich bis zum Saisonende leicht ab.

Spargel wird generell nur bis zum 24. Juni, dem Johannistag, gestochen. Damit die Pflanzen nicht zu sehr auslaugen, muss der Bauer rechtzeitig die Ernte beenden. Den Pflanzen bleibt so den ganzen Sommer lang Zeit, sich zu erholen und Kraft in der Wurzel zu speichern, damit im kommenden Jahr wieder geerntet werden kann.

Die Redaktion empfiehlt

Vereinigung der Spargelanbauer

Ausnahmejahr für Spargelbetriebe

vor von Agra Europe (AgE)

Die diesjährige Spargelsaison stand unter dem Einfluss der Corona-Pandemie.

Die Nachfrage nach Spargel war dieses Jahr eigentlich gut, es dürften aber aufgrund der Engpässe bei den Saisonarbeitern und der Coronakrise 20 - 30 % weniger geerntet worden sein.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen