Koalitionsstreit in Bundesämtern spürbar

Behördenstreit um Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln hält an Premium

Das Umweltbundesamt (UBA) und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) streiten immer noch über die Auflagen für Pflanzenschutzmittel und deren Zulassung.

Der Zoff um die Pflanzenschutzmittelzulassungen erreicht eine neue Dimension. Das Umweltbundesamt (UBA) fordert noch immer, ab dem 1.1.2020 biodiversitätsfördernde Auflagen an die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zu knüpfen. Einen Maßnahmenkatalog hat das UBA bereits vorbereitet. Dazu gehört auch, dass Landwirte auf 10% der Ackerfläche die Biodiversität mit verschiedenen Maßnahmen fördern sollen, sobald sie bestimmte Pflanzenschutzmittel anwenden (10%-Auflage).

Diese Forderungen hält das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) für rechtlich nicht haltbar. Es gebe keine Grundlage im Pflanzenschutzgesetz, so das BVL. Die Gründe:

  • Im Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) seien von der Anwendung losgelöste Pflichten, wie eine Ausgleichsfläche bereitzustellen, nicht vorgesehen.
  • Weder für...

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von Wilhelm Grimm

Für das BUNDESUMWELTMINISTERIUM

sind Bauern die GESETZLOSEN.

von Klaus Fiederling

Die Scheinheiligkeit der Debatte

Eine äußerst zähe Diskussion, die scheinheiliger kaum geführt werden könnte. Es geht alleinig darum, jene Überschüsse, die aktuell unsere Mutter Natur schädigen und zudem schlussendlich auch keinem Bauernkonto wirklich gut tun, auf Gedeih und Verderb aufrecht zu erhalten. Solange man auf eben diesem Diskussionsniveau verbal bis aufs Messer die Klingen kreuzt, fortwährend Roherzeugnisse beinahe schon diktatorisch anmutend in Erwartung stehen, die alleinig den industriellen Vorstellungen entsprechen, dem bis ins letzte Klein-Klein ausgetüftelten Pamphlet der „Einheitsbedingungen im Deutschen Getreidehandel“ als „massentaugliche, handelsübliche Ware" genügen müssen, werden einzig glückselig machend selbige Monokulturen sein und bleiben, die unsere Natur in dieser Form allerdings nicht kennt und wir sie dafür entsprechend „vergewaltigen“ müssen. Unsere Natur rächt sich dafür bereits bitterlich, indem sie selbst brutalst zurückschlägt. - Erkennt ihr aktuell nicht die massenhaft todkranken Weizenbestände auf unseren Feldern, in unseren Fluren!? Die Befähigung unseres UBA - wo ist diese angesiedelt!? Entwickelt endlich Techniken, damit die Bauern nach der Ernte ihre Produkte aus Mischkulturen trennen und dieselben dem überaus verwöhnten Handel auch andienen können, der seinerseits in diese Richtung gegenwärtig wirklich kaum Bereitschaft durch entsprechende Aktivitäten signalisiert. Ansonsten gebt euch mit dem zufrieden, was uns die Natur zu bieten hat, uns zur Ernte überlässt! Dazu zählt mithin auch pilzbelastetes Getreide, u.a. mit Fusarien und Mutterkorn angereicherte Ernteprodukte. // Alleinig vom Füttern unserer Insekten kann in den derzeit blühenden Rapsflächen kein Bauer existieren. Das UBA bleibt dahingehend praxistaugliche Antworten jedoch weiterhin schuldig. Unsere Rapsschläge lösen sich dato förmlichst in Wohlgefallen auf; das große Schotenwerfen macht auch zum Nachteil von Kohlschotenrüssler und -fliege die Runde. - Vielleicht kehren aber kompensatorisch die Besten unter uns Bauern Ihre Scheunen nach der Ernte noch einmal sorgfältig durch und finden damit jene imaginäre Ware aus dem Dürrejahr 2018, die dann als der ersehnte Lückenfüller fungieren kann. Wenig „schwarzes Gold“ dürfte vielerorten nämlich in der Ernte in die großen Körnertanks unserer Mähdrescher fließen. Das herbeigesehnte 5-Tonnen-Rekordergebnis geistert mithin allenfalls durch die kreativen Köpfe vieler Analysten, die mit einem solchen Szenario mittlerweile jedoch schon gut umzugehen wissen. Die ganz eigene Sprache der Warenterminbörsen, wo jeder einzelne Landwirt nur ein Verlierer war, ist und auch künftig bleiben wird.

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