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Beim Raps nicht mit Nährstoffen sparen

Obwohl Dünger teuer ist, bleibt es das Ziel, den Raps gut zu versorgen. Gerade schwache Bestände benötigen einen frühen und intensiven Anschub – die Erzeugerpreise geben das her.

Unser Autor: Gerrit Hogrefe N. U. Agrar GmbH

Der Düngermarkt ist das Thema der Stunde. Ist die Preisspitze beim Stickstoff mittlerweile erreicht? Oder wird es sogar Versorgungsengpässe geben? Welche Alternativen gibt es? Und wo lässt sich ohne größere Ertragsverluste sparen? All diese Fragen und Sorgen treiben die Anbauer um und trüben den Blick auf die ebenfalls historisch hohen Rapspreise.

Vorkontrakte lassen sich zurzeit für über 50 €/dt abschließen und liegen damit ca. 15 €/dt über den Offerten der Vorjahre. Bei einem unterstellten Ertrag von 35 dt/ha ergibt sich ein Mehrerlös von über 500 €/ha. Der Preisanstieg beim Stickstoff (N) von 0,70 €/kg auf über 2,00 €/kg beansprucht bei einer Menge von 150 kg/ha dagegen nur rund 200 €/ha und damit weniger als die Hälfte des Mehrerlöses. Nüchtern betrachtet lohnt sich düngen trotz der Mondpreise.

Denn neben der betriebswirtschaftlichen Betrachtung bleibt die pflanzenbauliche Perspektive, die – ohne zu viel vorwegzunehmen – zu einem ähnlichen Ergebnis kommt. Jedoch lässt die Düngeverordnung (DüV) für eine bedarfsgerechte Düngung vor allem von schwachen Beständen nur wenig Spielraum.

Raps – der Verlierer der DüV

Von allen großen Ackerkulturen setzt die DüV dem Raps am stärksten zu. Die eingeschränkte Herbstdüngung in Roten Gebieten, das Verbot der langjährig bewährten, frühen N-Gabe auf oberflächlich gefrorenen Böden sowie die volle Anrechnung einer eventuellen Herbstdüngung auf die Frühjahrssollwerte sind nur die offensichtlichen Benachteiligungen der für unsere Fruchtfolgen so wichtigen Winterblattfrucht.

Mindestens ebenso schwer wiegt, dass auf kalten und nachlieferungsschwachen Böden keine Zuschläge mehr zulässig sind. Aufgrund seines sehr frühen Nährstoffbedarfs profitiert der Raps nämlich kaum von der später einsetzenden N-Mineralisation aus dem Bodenpool und ist damit, wie keine andere Kultur, auf den frühen Mineraldünger angewiesen.

Raps darf nicht hungern…

Einen N-Mangel ab Spätherbst quittiert Raps mit empfindlichen Mindererträgen. Grund hierfür ist die N-Umlagerung aus den alten Blättern. Dabei ist nicht primär der Blattverlust das Problem, sondern die damit verbundene Reduktion der Seitentriebe. Sie gehören aufgrund ihrer frühen Anlage zu den potenziell ertragreichsten Trieben. Im Gegensatz zum Getreide reduziert Raps nicht die schwachen, sondern die starken Triebe zuerst, was die Bedeutung einer kontinuierlichen Stickstoffversorgung unterstreicht.

…Luxuskonsum ist aber auch nicht das Ziel

Selbst im Falle ausreichender N-Vorräte sollten Sie dem Raps jedoch keinen Luxuskonsum gönnen, da N-Menge und Ölgehalt negativ korreliert sind. Mit zunehmendem N-Einsatz steigt der Proteingehalt im Korn zu Lasten des Ölgehalts. Aus wirtschaftlicher Sicht verbietet sich deshalb eine zu hohe N-Düngung doppelt: Wegen hoher Düngerkosten und geringerer Erntevergütung.

Das Ganze hat aber auch eine ökologische Dimension. Denn eine überhöhte N-Düngung landet auch im Stroh. Das Problem der Überschüsse nach der Ernte verschärft sich somit weiter. Wird diese Aufgabe von der Landwirtschaft nicht gelöst, droht mittelfristig ein Zwischenfruchtgebot nach Raps, da das meist...

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