Optimal steuern

Beregnung: Mit Sensoren gegen Trockenstress Plus

Den Wasserbedarf exakt zu bestimmen, ist herausfordernd. Wie Sensoren helfen, untersucht beispielweise ein Projekt in Brandenburg.

Landwirte müssen Wasser künftig sparsamer einsetzen: Für jeden Schlag und jede Kultur ist der richtige Zeitpunkt und die optimale Wassermenge festzulegen. Doch den aktuellen Bewässerungsbedarf, den u. a. die im Wurzelraum gespeicherte Wassermenge bestimmt, kann man nicht mit bloßem Auge erfassen. Auch Bodenfeuchtemessungen oder die klimatische Wasserbilanz lassen nur ungefähre Schlüsse auf den tatsächlichen Wasserbedarf zu.

Infrarot-Sensoren können hingegen den Wasserversorgungszustand der Kulturen sehr genau und zeitnah erfassen und diesen dann mittels Algorithmus in eine Bewässerungsempfehlung umsetzen. Mit diesem Thema beschäftigen sich in Brandenburg ein Projekt der Europäischen Innovationspartnerschaft, kurz EIP.

Zuerst Temperatur messen

Die Projektgruppe untersucht den optimalen Einsatz von Zusatzwasser, unter nachhaltigen und ökonomischen Gesichtspunkten. Im Mittelpunkt steht dabei die Temperatur der Pflanzen. Sie gibt Auskunft darüber,

  • ob die Pflanze gerade optimal mit Wasser versorgt ist und somit durch ihre Verdunstung gekühlt wird,
  • oder, ob die Pflanze unter Wassermangel leidet. Dann verdunstet sie nur geringe Mengen und zeigt dies durch eine erhöhte Blatttemperatur. Die Forscher messen die Pflanzentemperaturen mittels Infrarot-Thermographie. Das ist berührungslos und auf großer Fläche möglich. Hinter dem sperrigen Begriff verbergen sich Sensoren wie z. B. Wärmebildkameras, die die Wärmestrahlung von Objekten erfassen. Die Strahlungsenergie der Pflanzen bzw. Pflanzenbestände lässt sich in Temperaturen umrechnen. In Verbindung mit weiteren Faktoren wie Lufttemperatur, Globalstrahlung und Luftfeuchte kann man aus den Temperaturen schließlich den Wasserversorgungszustand der Kultur ableiten. Der größte Vorteil der Infrarot-Thermographie gegenüber herkömmlichen Methoden besteht darin, dass die Information direkt von den Pflanzen stammt. Alle anderen...


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen