Bestäuber vor allem durch „Monotonie“ der Agrarlandschaften bedroht

Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und Fledermäuse sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung, doch ihr Bestand ist vor allem durch den Lebensraum- und Nahrungsmangel „in den monotonen Agrarlandschaften“ bedroht. Das schreibt der Weltbiodiversitätsrat in seinem ersten Bericht.

Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge und Fledermäuse sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung, doch ihr Bestand ist vor allem durch den Lebensraum- und Nahrungsmangel „in den monotonen Agrarlandschaften“ bedroht. Das schreibt der Weltbiodiversitätsrat in seinem ersten Bericht.

Demnach sind 5 % bis 8 % der aktuellen globalen Ernteerträge direkt abhängig von der Bestäuberleistung. Das entspreche einem jährlichen Marktwert von 235 Mrd $ (213 Mrd Euro) bis 577 Mrd $ (524 Mrd Euro), wobei auch Produkte weiterer industrieller Bereiche wie der Bioenergieproduktion und der Pharmaindustrie eingerechnet seien.

Die meisten Bestäuber seien Wildarten, heißt es in dem Bericht. Gerade ihre Zahl gehe derzeit vor allem in Westeuropa und Nordamerika stark zurück. Hinsichtlich der als Bestäuber agierenden Wirbeltierarten wisse man, dass 16,5 % der Arten bedroht seien. Zahlen zu Insekten fehlten jedoch. Hier müsse auf regionale Untersuchungen zurückgegriffen werden. Diese belegten zum Beispiel, dass mindestens 37 % der Bienenpopulationen in Europa schrumpften, so die Autoren.

Gefährdet würden die Bestäuber durch den Rückgang von naturnahen Lebensräumen in den Agrarlandschaften. Als Gegenmaßnahmen schlägt der IPBES vor, die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten und die „Monotonisierung“ der Kulturlandschaft rückgängig zu machen. Nötig seien koordinierte politische Ansätze über die Grenzen politischer Ressorts hinweg.

Keine konkrete Aussage wird im Bericht über die Gefährdung der Arten durch Neonikotinoide getroffen. Zwar gebe es ein Gefährdungspotential; die Gefährdung sei aber abhängig von den jeweils eingesetzten Verbindungen, Dosierungen und anderen Umweltbedingungen. Zudem seien unbeabsichtigte tödliche Wirkungen auf Bestäuber bisher nur in kontrollierten Labortests nachgewiesen worden, und das häufig unter höheren Dosen als im Freiland empfohlen.

Die naturschutzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Steffi Lemke, machte in einer Reaktion auf den Bericht dennoch Pflanzenschutzmittel als wichtigste Gefahrenquelle für Bestäuber aus und forderte die Bundesregierung dazu auf, Maßnahmen zur Verringerung des Einsatzes vorzulegen.

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