BfR soll bei Glyphosatbewertung von Monsanto abgeschrieben haben

Der NABU fordert eine Neubewertungvon Glyphosat im EU-Zulassungsverfahren. Die Zulassung des Wirkstoffs läuft nach EU-Pflanzenschutzrecht zum Jahresende aus. Die EU-Kommission hat eine Verlängerung der Zulassung um zehn Jahre vorgeschlagen.

Der NABU fordert eine Neubewertungvon Glyphosat  im EU-Zulassungsverfahren. Die Zulassung des Wirkstoffs läuft nach EU-Pflanzenschutzrecht zum Jahresende aus. Die EU-Kommission hat eine Verlängerung der Zulassung um zehn Jahre vorgeschlagen.

Für NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller ist es dabei offensichtlich, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) keine eigenständige Bewertung der zitierten Studien vorgenommen hat. "Einen weiteren Freifahrtschein für Glyphosat darf es nicht geben, solange der Verdacht besteht, dass bei der Risiko-Analyse die Industrie die Richtung vorgegeben hat. Der Vorfall zeigt auch einmal mehr, dass das Zulassungsverfahren einer dringenden Überarbeitung bedarf", so Miller, der damit auf ein aktuelles Gutachten anspielt, das angeblich Plagiatsvorwürfe gegen den Glyphosat-Bericht des BfR offenbaren soll.

Vor dem Hintergrund, dass die wissenschaftliche Plausibilität des BfR-Gutachtens nicht mehr gegeben sei, begrüßt der NABU, dass der zuständige Ausschuss der Mitgliedstaaten das Thema heute von der Tagesordnung genommen hat. Eine andere Entscheidung hätte das Vertrauen in die Glaubwürdigkeit der EU-Institutionen in seinen Grundfesten erschüttert und das Vorsorgeprinzip ad absurdum geführt, so der Naturschutzbund.

"Die Debatte um eine Neuzulassung von Glyphosat darf erst wieder fortgesetzt werden, wenn eine Bewertung vorliegt, welche auch die Leitlinien der guten wissenschaftlichen Praxis erfüllt", so Miller weiter, "bis dahin sollte der Einsatz von Glyphosat EU-weit ausnahmslos verboten werden."

Was hat es mit dem Gutachten auf sich?

Das genannte Gutachten des Plagiatsprüfers Stefan Weber kommt zu dem Ergebnis, dass das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung als die für das Zulassungsverfahren wichtige Behörde seine Bewertung des Totalherbizids Glyphosat über viele Seiten vom Glyphosathersteller Monsanto eins zu eins abgeschrieben hat. Es zeigt laut NABU, wie anfällig das System für den Einfluss der Chemieindustrie ist. Die Umweltschützer fordern daher mehr Transparenz im EU-Zulassungsprozess für Pflanzenschutzmittel. Darüber hinaus müssten die ökologischen Auswirkungen realitätsnah mit Vertreterarten aus naturnahen Ökosystemen in die Risikobewertung einfließen. "Die dramatischen Rückgänge in der Vogel- und Insektenwelt sind ein deutlicher Weckruf, dass mit den bisherigen zur Bewertung eingesetzten Arten nicht die beste Wahl getroffen wurde", so Miller weiter. Er fordert die Absetzung von BfR-Präsident Hensel.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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