Unis Hohenheim/Tübingen

Biologen werben für insektenfreundliches Scheibenmähwerk von MULAG

Klassische Mähwerke und Mulcher tragen laut Forschern aufgrund ihrer Sogwirkung zur massenhaften Tötung von Insekten bei. Der Böschungsmähkopf von MULAG/Heinz Wössner schütze hingegen Tiere.

In einem aktuellen Fachbeitrag stellen Forscher der Unis Hohenheim und Tübingen fest, dass moderne Mähwerke und Mulcher einen "beträchtlichen Anteil an kleinen Wiesenbewohnern töten". Somit seien die Mahd von Kommunalflächen und die industrialisierte Landwirtschaft der wichtigste Faktor für den dramatischen Rückgang von Insekten in Europa und weltweit, heißt es.

Eine neue Generation von Mähköpfen, die Insekten und Spinnen nicht einsaugen, könnte das Problem messbar abmildern, so das Ergebnis der Studie der Biologen, veröffentlicht in einem aktuellen Fachartikel im Journal of Applied Entomology.

„Das Mähen ist in zweifacher Hinsicht problematisch“, erläutert Prof. Dr. Johannes Steidle, Biologe an der Universität Hohenheim und Vorstand des Kompetenzzentrums für Biodiversität und integrative Taxonomie: „Zum einen mindert es die Qualität der Lebensräume für Insekten, weil sich z.B. Blühpflanzen nicht entwickeln. Auf kommunalen Grünflächen und an Straßenrändern führt das auf den Flächen verbleibende Schnittgut darüber hinaus zu einer Überversorgung mit Nährstoffen. Zum anderen wird aber auch durch den Mähvorgang selbst ein großer Teil der Insekten getötet.“

Weniger tote Insekten durch innovative Technik

Technologische Innovationen der letzten Jahre versprechen, die unmittelbaren Folgen des Mähvorgangs für Insekten abzumildern. In der aktuellen Studie untersuchten die Biologen der Universitäten Hohenheim und Tübingen die Wirksamkeit einer dieser Innovationen. Als Beispiel für die Untersuchung dient ein Böschungsmähkopf der Firma MULAG Fahrzeugwerk/Heinz Wössner GmbH u. Co. KG, der speziell auf den Schutz der Insekten ausgerichtet wurde. Im Fokus der Untersuchung standen dabei Grünstreifen entlang von Straßen. Hier ist die durch Mähen verursachte Insektenmortalität besonders kritisch, denn diese Grünstreifen können als Korridore zur Vernetzung von Insektenpopulationen dienen.

Das Fazit der Forschenden: „Wir konnten zeigen, dass durch herkömmliche Mähtechnik zwischen 29 und 87 % der Insekten und Spinnen getötet werden. Beim Einsatz der insektenfreundlichen Mähköpfe reduzierte sich dieser Schwund und war bei vier von acht Insektengruppen und bei Spinnen nicht mehr nachweisbar. Investitionen in innovative Technik haben deshalb aus unserer Sicht ein hohes Potenzial, den Insektenrückgang im Grünland wirksam zu reduzieren“, so Prof. Dr. Steidle.

Das sagt MULAG

Der Grünpflegekopf ECO 1200 plus von MULAG bietet die Möglichkeit, Straßenunterhaltung nachhaltig zu gestalten. Die neu entwickelte Mähtechnologie bietet zahlreiche Vorteile für insekten- und pflanzenschonende Grünpflege:

  • Einstellbare mechanische Abstreifvorrichtung
  • Innovatives Scheibenmähprinzip mit schmalen scharfen Klingen und erhöhter Schnitthöhe
  • Optimierte Gehäusegeometrie mit gezielter Luftführung und geschlossenem Boden
  • Geringe überrollte Fläche durch schmale Abtastrollen anstatt Abrollwalze

Das neue Mähwerk ist an das Prinzip eines Balkenmähers angelehnt, nur dass Scheiben in 12 cm Höhe rotieren und schneiden. Um den klassischen Sog zu vermeiden, ist das Mähwerk unten geschlossen. Von oben kommt die Luft in den Kopf mit dem geschnittenen Mähgut, das über ein Radialgebläse direkt aufgenommen und in den Anhänger transportiert wird. Zusätzlich wird eine sogenannte Aufscheuchvorrichtung vor den Mähkopf montiert. Damit auch kleine Kriechtiere eine Überlebenschance haben, wurden statt einer durchgehenden vollaufliegenden Laufwalze kleine Tasträder an den Seiten angebracht.

Mähwerk

Oben zu sehen ist die Aufscheuchvorrichtung, links ist erkennbar, dass das Mähwerk eine geringe Angriffsfläche bietet durch horizontalen Schnitt mit kleinen Messern. Rechts sind die Stützräder markiert. (Bildquelle: MULAG)

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