Klimawandel

BLE rät zur Bewässerung

Wer Mais, Blattfrüchte, aber auch Getreide anbaut, sollte bei häufiger auftretenden Trockenperioden über Investitionen in Bewässerungstechnik nachdenken. Diese Faktoren müssen Sie berücksichtigen.

Seit nahezu 15 Monaten hat Deutschland ein Niederschlagsdefizit. Laut Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig (UFZ) reicht die Dürre auf großer Fläche bis in eine Tiefe von 1,80 Metern.

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hält daher eine Bewässerung auf leichten Böden mit geringer Wasserhaltefähigkeit sowie bei Mais und Blattfrüchten (Kartoffeln, Zuckerrüben, Gemüse), teilweise auch bei Getreide, betriebswirtschaftlich für überlegenswert.

Mit gesicherter Wasserversorgung lasse sich eine gute Bestandsentwicklung erreichen und die eingesetzten Betriebsmittel würden effizient genutzt. Ohne Trockenschäden sei zudem die Klimabilanz der produzierten Feldfrüchte besser, heißt es.

Wer in Bewässerung investieren möchte, sollte zunächst in seinem Bundesland prüfen, unter welchen Bedingungen eine ökologisch verträgliche Entnahme von Grund- oder Oberflächenwasser gestattet ist. Unter anderem sind die Vorgaben für Entnahmemengen und Nutzungsentgelte sehr unterschiedlich, so die BLE weiter.

Wann sollte bewässert werden?

Besonders bei ausgeprägten Trockenperioden in kritischen Wachstums- und Entwicklungsphasen kann Bewässerung nach Ansicht der Experten eine entscheidende Verbesserung von Ertrag und Qualität bewirken. Entscheidend dafür, ob die erforderlichen Investitionen auch betriebswirtschaftlich sinnvoll sind, sind die erzielbaren Mehrerträge sowie die Mehrerlöse nach Abzug der Bewässerungskosten. Jeder Betriebsleiter sollte folgende Faktoren bewerten:

  • Fixe und variable Kosten für Installation und Betrieb von Bewässerungsinfrastruktur,
  • Ertragssicherungspotenzial (ggf. Steigerungspotenzial) durch Bewässerung und damit verbunden Reduzierung des betrieblichen Risikos,
  • verschiedene Klima-Szenarien für die zukünftige (regionale) Entwicklung; so lässt sich der Schwankungsbereich in der Nutzenbewertung besser abschätzen,
  • vorhandene Arbeitskapazität im Betrieb sowie die Frage
  • inwieweit eine Begrenzung der Risiken durch Erweiterung der Fruchtfolge, Anbau von Dürre-unempfindlicheren Feldfruchtarten oder Risikostreuung durch Verwendung unterschiedlicher Sorten möglich ist.

Eine Alternative zu den Investitionen für Bewässerung stellen entsprechende Ertragsschaden- oder Mehrgefahrenversicherungen dar.

Weitere Informationen

Technische Möglichkeiten und Kosten landwirtschaftlicher Bewässerungssysteme mit Berechnungsbeispielen für unterschiedliche Feldfruchtarten:

www.praxis-agrar.de/pflanze/bewaesserung

Online-System zum Extremwettermonitoring und zur Risikoabschätzung:

https://emra.julius-kuehn.de

Einschätzung des DWD für betroffene landwirtschaftliche Kulturen:

DWD-Schätzung

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Diskussionen zum Artikel

von Heinz Hahn

Meine Meinung...

Selbst wenn genügend Wasser vorhanden wäre stelle ich mir die Frage der Wirtschaftlichkeit... Auf Deutsch: wer soll das bei Marktfrüchten bezahlen...

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Wo soll das viele Wasser herkommen,

wenn auch Getreide beregnet werden soll? Die Grundwasserpegel sinken jetzt schon ab. Und die unteren Wasserbehörden verbieten bei niedrigem Wasserstand die Wasserentnahme zu Beregnungszwecken. Experten müßten wissen dass auch Grundwasser endlich ist.

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