Reportage

Blühflächen: Wildpflanzen für Biogas

Nahrung und Deckung für Insekten und Niederwild, das bieten mehrjährige Wildpflanzen. In der Biogasanlage sind sie zudem noch verwertbar.

Üppig blühen Rainfarn, Färberkamille und Malven auf dem Acker von Josef Schröer. Der Landwirt bewirtschaftet in Lingen (Niedersachsen) einen Betrieb mit 35.000 Legehennen und 40 ha Ackerbau. Auf 8 ha baut der Vizepräsident der Landesjägerschaft in Niedersachsen (LJN) mehrjährige Wildpflanzen für die Biogasgewinnung an.

Er verkauft die Ernte an eine Biogasanlage im Ort. „Die Wildpflanzen blühen von April bis kurz vorm Frost. Nicht nur für Insekten sind sie eine Lebensgrundlage. Auch für das Niederwild sind sie nützlich, da sie nach der Ernte im August wieder aufwachsen und im Herbst und Winter Nahrung sowie Deckung für Hase, Fasan und Co. bieten“, spricht Schröer aus Erfahrung.

Teures Saatgut, weniger Gas

Als Praktiker weiß er aber auch, dass nicht jedes Projekt, das gut für die Artenvielfalt ist, die Landwirte überzeugt. Das Problem bei den Wildpflanzen ist die Wirtschaftlichkeit. Schon das Saatgut kostet rund 400 €/ha, wie z.B. die Blüh-Opti oder Ertrags-Opti von Saaten-Zeller, die speziell für die Biogasnutzung...


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