Betriebspartnerschaften

BMU und BfN fördern Insektenschutz im Ackerbau mit über 3 Mio. Euro

Gemeinsam mit landwirtschaftlichen Beratern sowie ökologisch wirtschaftenden Partnerbetrieben werden im neuen Propjekt alternative Anbaumethoden erarbeitet, erprobt und ausgewertet.

Nach Überzeugung des Bundesumweltministerium schwinden Vielfalt und Häufigkeit der Insekten u.a. wegen dem "unverändert hohen Einsatz von Insektiziden und Herbiziden in der Landwirtschaft", wie das BMU am Mittwoch schreibt.

Gegensteuern soll ein neues Projekt des Bundesamtes für Naturschutz im Bundesprogramm Biologische Vielfalt, für das jetzt rund 3,15 Mio. Euro Förderung freigegeben wurden. Modellhaft sollen im Vorhaben mit Partnerschaften zwischen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Ackerbaubetrieben neue, insektenfreundlichere Bewirtschaftungsmethoden landwirtschaftlicher Flächen erprobt werden.

Bauern aus Nds. machen mit

Im Projekt FINKA haben sich die Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH (KÖN), das Landvolk Niedersachsen - Landesbauernverband e.V. (LV), das Netzwerk Ackerbau Niedersachsen e.V. (NAN), die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) und die Georg-August-Universität Göttingen (GAUG) zusammengeschlossen, um Lösungsstrategien zur Förderung der Insektenvielfalt und der Ackerbegleitflora zu erarbeiten und zugleich ein breiteres Bewusstsein hierfür innerhalb der Landwirtschaft zu fördern.

So läuft es ab

Im Rahmen des Modellprojektes werden 30 Betriebspartnerschaften zwischen konventionell und ökologisch wirtschaftenden Ackerbaubetrieben in verschiedenen Boden-Klima-Räumen Niedersachsens geschlossen. Über einen Zeitraum von fünf Vegetationsperioden verzichten die konventionellen Betriebe auf jeweils einer Fläche auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Insektiziden und Herbiziden.

Gemeinsam mit landwirtschaftlichen Beratern sowie den ökologisch wirtschaftenden Partnerbetrieben werden alternative Anbaumethoden erarbeitet, erprobt und ausgewertet. Darüber hinaus finden auf den Maßnahmenflächen sowie auf jeweils einer konventionellen und einer ökologisch bewirtschafteten Vergleichsfläche wissenschaftliche Erhebungen zur Ackerbegleitflora und Insektenfauna statt. Ziel dieser Erhebungen ist es, die jeweilige Vielfalt der Flächen anhand ökologischer Messgrößen wie Artenvielfalt und Biomasse zu dokumentieren.

Feld

Verzicht auf Herbizide und chemisch-synthetische Insektizide (Bildquelle: Landvolk Niedersachsen)

Da die Umsetzung des herbizid- und insektizidfreien Ackerbaus in der Praxis auf den Maßnahmenflächen der Betriebe erfolgt, können die Landwirte ihre Erfahrungen unmittelbar an ihre Berufskollegen weitergeben. Die Ergebnisse sollen nicht nur die Landwirten ermutigen, sich verstärkt mit dem Thema „Biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft“ auseinanderzusetzen, sondern auch dazu beitragen, dass mehr Betriebe den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren und durch praktikable, insektenfreundliche Anbaumethoden ersetzen.

Zusätzlich sollen öffentliche Feldtage und weitere regionale und überregionale Veranstaltungen die Öffentlichkeit über die gefährdete biologische Vielfalt einerseits und insektenfreundliche Agrarmaßnahmen andererseits informieren und so das Bewusstsein für eine insektenverträgliche Landwirtschaft fördern.

Stimmen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Pflanzenschutzmittel wirken schädlich auf Insekten, indem sie Nahrungsnetze und Lebensräume beeinträchtigen. Effektiver Insektenschutz erfordert deshalb auch einen grundsätzlich restriktiveren Umgang mit Pestiziden, nicht nur mit Glyphosat. Mit dem neuen Projekt FINKA fördern wir nun ein Vorhaben, das insektenfreundlichere Lösungen auch für die konventionelle Landwirtschaft entwickelt und erprobt.“

Und BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel ergänzt: „Viele landwirtschaftliche Betriebe halten den Einsatz von Insektiziden und Herbiziden für unabdingbar. Mit Betriebspartnerschaften geht FINKA jetzt neue Wege: Zusammen mit Tandems von ökologisch wirtschaftenden und konventionell arbeitenden Partnerbetrieben sollen Lösungsansätze entwickelt werden, die sich auch im konventionellen Landbau einfach und betriebswirtschaftlich sinnvoll umsetzen lassen.“

Die Redaktion empfiehlt

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat am Montag zusammen mit Naturschützern, Bauern und Vertretern der Landwirtschaftskammer die Bedeutung des „Niedersächsischen Wegs“ erläutert.


Diskussionen zum Artikel

von Diedrich Stroman

Die Weinkönigin!

Ist sicher auf der Suche der Weizenbiene!!?Nein, es ist unerträglich wie ein Ministerium für die Landwirtschaft öffentlich so vorgeführt wierd und imm Moment sang und klanglos von der Bildfläche verschwunden ist, wahrscheinlich ist sie vollends mit der Abschaffung der Sauenhaltung ... mehr anzeigen

von Gerhard Steffek

Schulze und Jessel -

zwei Traumtänzerinnen auf dem Weg zum ökologischen Himmel. Nur wie sagte es Sir Karl Raimund Popper so treffend: "Der Versuch, den Himmel auf Erden zu verwirklichen, produzierte stets die Hölle." __ __ Nur schade, daß dies diese Beiden wieder mal nicht ausbaden werden müssen. Dafür ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Ist die CDU/CSU samt Ministerin Klöckner

wirklich so schwach ? Ein ums andere Mal werden sie vom NABU und deren Pandemie-Ministerin vorgeführt !

von Wilhelm Grimm

Wehret den Anfängen,

es wird böse enden !!!!

von Wilhelm Grimm

Also sind für die Landwirtschaft jetzt zwei Ministerien zuständig !

Damit wird nun die Zuständigkeit des Klöckner-Ministeriums für die Landwirtschaft langsam aber sicher in Frage gestellt.

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Auf Kommentar antworten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen