Brasilianisches Soja-Moratorium bis Ende Dezember verlängert

Die führenden Sojahändler Brasiliens haben beschlossen, das seit sieben Jahren gültige Soja-Moratorium letztmalig zu verlängern. Es läuft bis Ende Dezember 2014. Nach Informationen von Greenpeace hatten sich dazu der Verband der Sojahändler in Brasilien (Abiove) mit Vertretern von Umweltschutzorganisationen getroffen.

Die führenden Sojahändler Brasiliens haben beschlossen, das seit sieben Jahren gültige Soja-Moratorium letztmalig zu verlängern. Es läuft bis Ende Dezember 2014. Nach Informationen von Greenpeace hatten sich dazu der Verband der Sojahändler in Brasilien (Abiove) mit Vertretern der brasilianischen Regierung, mit Greenpeace und anderen Umweltschutzorganisationen in Brasilia getroffen.

Nun ist für ein weiteres Jahr sichergestellt, dass Soja aus neuer Regenwaldzerstörung nicht von den großen Händlern auf den Markt gebracht wird, zeigten sich die Umweltschützer anschließend erleichtert. Innerhalb eines Jahres soll jetzt verhandelt werden, wie mit Soja aus dem Amazonas ab 2015 umgegangen werden soll.

"Das Soja-Moratorium hat bisher dafür gesorgt, dass es keine Anreize zur weiteren Urwaldzerstörung für Soja gab", sagt Oliver Salge, Waldexperte bei Greenpeace in Brasilia. "Es ist gut, dass die Händler erneut ein Jahr dem Wunsch ihrer Kunden nach regenwaldfreier Soja nachkommen. Jetzt gilt es, langfristig tragbare Lösungen zu entwickeln, die dauerhaft sicherstellen, dass Sojaanbau aus Regenwaldzerstörung endgültig der Vergangenheit angehört."

Regenwald in Gefahr

Führende Unternehmen der Lebensmittelindustrie, darunter McDonalds, Carrefour und Nestle, unterstützen das seit 2006 bestehende Moratorium und forderten von den brasilianischen Sojahändlern eine Verlängerung des Moratoriums und Soja ohne Regenwaldzerstörung. Im Jahr 2012 stammte knapp die Hälfte der nach Deutschland importierten Soja aus Brasilien, so Greenpeace weiter.

Die Verlängerung des Moratoriums komme in einer entscheidenden Zeit für den Regenwald. Im vergangenen Jahr sei die Zerstörung des Amazonas erstmals seit Jahren stark gestiegen: um 28 %, warnt die Organisation. Gerade in den brasilianischen Bundesstaaten, in denen besonders viel Soja angebaut wird, sei die Regenwaldzerstörung mit teilweise 52 % in Mato Grosso oder 37 % in Para besonders stark gestiegen.

Das Soja-Moratorium wurde 2006 zum Schutz des brasilianischen Regenwaldes beschlossen. Es hatte mit dazu beigetragen, die Entwaldung des Amazonas-Regenwaldes zu verringern. Zu dem Moratorium hatten sich Abiove und die führenden Sojaexporteure Brasiliens auf Druck ihrer Kunden sowie von Greenpeace und anderen Umweltschutzorganisationen verpflichtet. Es beinhaltet, kein Soja zu kaufen und zu handeln, die von nach dem 26. Juli 2006 gerodeten Regenwaldflächen aus dem brasilianischen Amazonas-Regenwaldgebiet stammt. Das Moratorium schließt zudem den Handel mit Soja aus Indianerschutzgebieten und von Farmern aus, die in moderne Sklaverei verstrickt sind.


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