Umwelt

BUND fordert Verschärfung des Düngerechts

Heute endet die Winter-Sperrfrist. Passend dazu endet auch eine von der EU-Kommission gesetzte Frist zur deutschen Düngeverordnung: Bis heute Abend soll die Bundesregierung Vorschläge liefern, wie das Düngerecht verbessert werden kann.

„Zum Schutz unseres Wassers muss das Düngerecht deutlich verschärft werden“, sagt Christian Rehmer, Experte für Agrarpolitik des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Dafür ist es notwendig endlich Regeln einzuführen, die garantieren, dass wirklich nur so viele Pflanzennährstoffe auf den Boden aufgebracht werden, wie die Kulturpflanzen zum Wachstum brauchen.“ Gleichzeitig müssten strengere Maßnahmen in den besonders von der Überdüngung betroffenen Regionen mit intensiver Tierhaltung ergriffen werden.

Tierzahlen reduzieren

Neben der Verschärfung der Gesetzgebung und einer besseren Kontrolle müsse die Bundesregierung den Umbau hin zu einer umweltfreundlichen und tiergerechten Nutztierhaltung sofort beginnen, anstatt ihn weiter auf die lange Bank zu schieben, so Rehmer. In den besonders viehintensiven Regionen bedeute das aus Sicht des BUND auch eine Reduzierung der Tierzahlen. Wenn Deutschland aufhören würde, knapp 20 Prozent Fleisch nur für den Export zu produzieren, könnte einiges an Gülle eingespart werden.

Nitrat-Grenzwerte überschritten

„Die derzeitige Situation ist dramatisch. Bundesweit werden bei etwa einem Drittel aller Grundwassermessstellen in der Nähe landwirtschaftlicher Nutzflächen die Nitrat-Grenzwerte überschritten“, sagt Rehmer. Jedes Jahr würden über 200 Millionen Kubikmeter Gülle ausgebracht – das entspräche 2.500 Liter oder zwölf Badewannen voll Gülle pro Einwohner in Deutschland. Gerade in einigen Regionen im Nordwesten belaste die Überdüngung Böden, Bäche und das Grundwasser mit Nitrat.

Strafzahlungen bis zu 858.000 Euro täglich

Die EU-Kommission hat Deutschland wegen des Verstoßes gegen die EU-Nitratrichtlinie verklagt. Wenn das Urteil des Europäischen Gerichtshofs wirksam wird, drohen tägliche Strafzahlungen bis zu 858.000 Euro. Zwar hat Deutschland erst vor zwei Jahren sein Düngerecht geändert, doch diese Änderungen werden von der EU-Kommission scharf als unzureichend kritisiert.


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Karlheinz Gruber

Und wenn alle Straßen

Gewerbeflächen, Siedlungen, die in den letzten 50 Jahren gebaut wurden, wieder abgerissen und renaturiert würden, dann hätten wir kein Artensterben mehr und mehr Fläche, die eine Entzerrung der Düngung bei gleichzeitiger Versorgung der Bevölkerung mit sich bringen würde. Aber das einzige was der BUND kann, große Klappe und Hände aufhalten für Spenden. Vielleicht schule ich bei uns nach dem Volksbegehren um. Denn das wird fast kein Betrieb mehr aushalten. Dann werde ich wie alle NGOs zum profesioneller Spendeneintreiber im Hauptberuf

von Albert Maier

Was die DUH ....

.... beim Feinstaub sind BUND und NABU beim Nitrat: Quatschköpfe

von Rudolf Rößle

Auf Allen

wird herumgetrampelt, obwohl in vielen Regionen unter dem Bedarf gedüngt wird. Auf der anderen Seite soll ein Hähnchenstall genehmigt werden, deren Besitzer wenig Fläche hat und seinen kompletten Mist 30 km in eine Biogasanlage abtransportieren muss. Obwohl er vom Ortschaftsrat und Gemeinderat abgelehnt wird, wird das Regierungspräsidium ihn wohl genehmigen. Gülle und Misttourismus ist doch genehmigungsfähig. Das bei einer Grünen Regierungsmehrheit.

von Markus Vagts

Und die Einwohner selber ?

... brauchen ca 110 l Wasser / Tag, macht rund 40.000 l pro Jahr , dass sind dann rund 190 Badewannen im Jahr. Donnerwetter ist die Landwirtschaft bedeutend. Gruselig !

von Bernd Croonenbroek

Expertenmeinung

Das ist so als würde ein Schlosser eine Herzoperation durchführen !!!

von Wilhelm Grimm

Nichts Neues vom BUND. Wieviel öffentliche Gelder

zahlt Brüssel denen bzw. den "Friends of the Earth" ? Die haben in Brüssel mehr Einfluss als COPA/COCEGA.

von Hildegard Strotmann

... sind das Experten ...

kaum ist die neue Düngeverordnung in Kraft, fordert man schon Verschärfungen ... Sollte man nicht erst mal abwarten wie sich die neue Düngeverordnung auswirkt und dieser eine Chance geben ? Wenn ich dann Aussagen höre wir sollten in Deutschland auf 20% Export verzichten um Gülle einzusparen ... Dann können wir ja auch auf 500 % Autoexport verzichten um Co2 in Deutschland zu sparen ... absoluter Schwachsinn ! Der BUND will die Landwirtschaft in Deutschland zerstören und am liebsten nur noch bunte Wiesen ... die Lebensmittel werden dann halt importiert .. dafür haben wir in Deutschland ja genug Geld !!! Den Spendensammlern sollte man echt das Handwerk legen!

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen