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Bundesregierung sieht hohes Potenzial für Hanffasern

Der Markt für Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Hanf wächst. Hemmnisse für den Einsatz stellen jedoch die schwankende Qualität und die Hydrophilie der Fasern dar.

Hanffasern haben ein hohes ökologisches und ökonomisches Potenzial für den Einsatz als Verstärkungsfaser im Leichtbau. Zu diesem Schluss kommt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion.

Zurückgeführt wird das auf den im Vergleich zur Herstellung von Glas- und Carbonfasern erheblich geringeren Energiebedarf. Zudem würden insbesondere Skalierungseffekte voraussichtlich dazu beitragen, die Kosten der Hanffasergewinnung zu senken und diese somit noch attraktiver zu machen.

Hemmnisse für den Einsatz im Bereich des Leichtbaus sowie der Verbundwerkstoffe stellten jedoch die schwankende Qualität und die Hydrophilie der Fasern dar. Für Verbundwerkstoffe attestiert die Bundesregierung dem Einsatz von Hanffasern unter Berücksichtigung der genannten Faktoren ein moderates bis hohes wirtschaftliches Potenzial.

Zur selben Einschätzung kommt Berlin hinsichtlich der Nutzung im Textilbereich, was auf zu erwartende Verbesserungen der Faserqualitäten zurückgeführt wird. Derzeit hätten Hanffasern im Vergleich zu Baumwolle aufgrund der höheren Gestehungskosten trotz ihrer ökologischen Vorteile allerdings keine Marktbedeutung.

Positiv beurteilt die Bundesregierung auch die Perspektiven hinsichtlich der Verwendung als Dämmstoff. Laut Antwort werden jährlich etwa 100.000 m3 Hanfdämmstoffe verbraucht. Insgesamt hätten Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen aber nur einen Marktanteil von 7 %, was einem Volumen von 2,0 Mio m3 entspreche. Allerdings wachse der Markt für Naturdämmstoffe derzeit mit 3,1 % pro Jahr deutlich stärker als der Gesamtmarkt der Dämmstoffe, so dass mit einem steigenden Rohstoffbedarf zu rechnen sei.

Keine detaillierten Angaben kann die Bundesregierung zum Beitrag von Nutzhanf zum Klimaschutz und zur Bereicherung der Biodiversität machen. Bezüglich des Erhalts beziehungsweise der Steigerung der Artenvielfalt könne der Anbau von Rohstoffpflanzen wie Nutzhanf generell einen wesentlichen Beitrag leisten.

Wichtig sei es, die biologische Vielfalt blühender Rohstoffpflanzen in ihrer gesamten Breite zu erhöhen. Ökologische Vorteile können der Antwort zufolge zudem beim Anbau von Hanf als Winterzwischenfrucht erzielt werden. Die Kultur binde über den Winter Stickstoff, schütze vor Erosion und schaffe Rückzugsräume für viele Wildtiere.


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