Copa-Cogeca: Efsa-Bewertung rechtfertigt kein Totalverbot von Neonikotinoiden

Der Dachverband der europäischen Landwirte und Genossenschaftsbetriebe (Copa-Cogeca) hält ein vollständiges Verbot der Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam nach der Veröffentlichung der Efsa-Risikostudien für nicht angezeigt. Damit ist der Verband anderer Meinung als Präsident Joachim Rukwied.

Der Dachverband der europäischen Landwirte und Genossenschaftsbetriebe (Copa-Cogeca) hält ein vollständiges Verbot der Neonikotinoide  Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam nach der Veröffentlichung der Efsa-Risikostudien - wie von Umweltschutzgruppen und den Grünen im EU-Parlament gefordert - für nicht angezeigt. Damit ist der Verband anderer Meinung als EU-Bauernpräsident Joachim Rukwied vom DBV.

"Wir fordern die EU-Kommission und die EU-Mitgliedstaaten auf sorgfältig zu prüfen, welche von den drei aktiven Substanzen Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam für eine weitere Anwendung geeignet sind“, sagte Copa-Cogeca Generalsekretär Pekka Pesonen in einer am Mittwochabend in Brüssel verbreiteten Erklärung. 

Gleichzeitig sprach sich Pesonen dafür aus, dass Risikoanalysten angemessene Maßnahmen untersuchen sollten, um diese Wirkstoffe auf dem Markt für die europäische Landwirtschaft weiter verfügbar zu halten und gleichzeitig die Sicherheit von Bienenpopulationen zu gewährleisten. Die von Efsa vorgelegte Risikostudie bestätige, dass es keine Rechtfertigung für ein Totalverbot von Neonicotinoiden zur Saatgutbehandlung bei allen Getreidearten gebe.

Grüne EU-Abgeordnete initiieren Internet-Plebiszit für Totalverbot

Die grünen Europabgeordneten Sven Giegold und Martin Häusling initiierten nach der Veröffentlichung der Efsa-Studie eine Petition im Internet  - gerichtet an die Bundesregierung und alle EU-Mitgliedstaaten  - mit dem Ziel, für ein sofortiges Verbot der drei Pestizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam - zu votieren.

„Jegliche Nutzung dieser Neonicotinoide stellt ein Risiko für Bienen dar. Damit ist es amtlich: Es gibt keine sichere Nutzung dieser Ackergifte,“ fordern die beiden EU-Parlamentarier zur Unterzeichnung einer entsprechenden Internet-Petition auf. „Die Hersteller sitzen in Deutschland, sie heißen Bayer und Syngenta. Deren Lobbyisten dürften längst mit der Bundesregierung im Gespräch sein. Wir müssen jetzt zahlreich Druck machen, damit diesmal unsere Natur Vorrang hat“, werben Giegold und Häusling.

Die EU-Mitgliedstaaten wollen am 22. März bei ihrer Sitzung im EU-Pflanzensicherheitsausschuss (PAFF) über eine weitere Zulassung oder Totalverbot der umstrittenen Wirkstoffe abstimmen.

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