Ratgeber Wirtschaftsdünger

Den Nährstoffkreislauf schließen

Der natürliche Nährstoffkreislauf ist längst unterbrochen, es gibt Überschuss- und Mangelgebiete. Es wird Zeit, dass wir das ändern und Wirtschaftsdünger wieder besser in der Fläche verteilen.

Die Spezialisierung auf einen oder wenige Betriebszeige hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass organische Wirtschaftsdünger in Deutschland regional sehr unterschiedlich verteilt anfallen. Während die Veredlungsregionen mit Nährstoffüberschüssen kämpfen, sinken in reinen Ackerbauregionen vor allem die Gehalte an Grundnährstoffen immer weiter, weil die Tierhaltung dort zusehends verschwindet. Der natürliche Nährstoffkreislauf ist längst unterbrochen.

Es wird Zeit, dass wir das ändern und Wirtschaftsdünger wie Gülle, Mist und Gärreste wieder besser in der Fläche verteilen! Parallel dazu brauchen wir Konzepte, mit denen wir den Nährstoffanfall insgesamt senken. Wichtig dabei ist, dass wir nach Lösungen suchen, die für alle Betriebszweige interessant und wirtschaftlich tragfähig sind. Ansatzpunkte gibt es viele:

  • Mithilfe ausgefeilter Fütterungskonzepte füttern Landwirte ihre Rinder und Schweine immer punktgenauer. In viehhaltenden Betrieben fallen weniger Nährstoffe und Gülle an, wenn die Tierhalter auf stickstoff- und phosphorreduzierte Futterstrategien setzen.
  • Der Einsatz von fermentiertem Futter bietet weiteres Einsparpotenzial.
  • Durch den Zusatz von Phytase und synthetischen Aminosäuren in den Futterrationen verwerten die Nutztiere die in den Pflanzen enthaltenen Nährstoffe noch besser.
  • Gülle, Mist und Co. sind wertvolle Mehrnährstoffdünger, die organische Substanz liefern. Immer mehr Ackerbauern in viehlosen Regionen schätzen die Vorteile und passen ihre Düngung an.
  • Dank moderner Technik lässt sich Wirtschaftsdünger bodenschonend, effizient und exakt ausbringen. Moderne Verteil- und Messtechnik wie z. B. das Strip Till-Verfahren bzw. der NIRS-Sensor ermöglichen das Düngen auf den Punkt.
  • Ackerbauern, die Gülle, Mist oder Gärreste bestellen, bekommen diese dank der schlagkräftigen Transportlogistik just-in-time an den Feldrand geliefert. Einige Betriebsleiter bauen bereits eigene Lagerbehälter in der Feldflur, um die Gülle im Frühjahr vorrätig zu haben.
  • Die gezielte Kombination von Wirtschafts- und Mineraldünger sichert hohe Erträge bei Getreide, Mais, Raps und Rüben. Der zusätzliche Einsatz von Nitrifikationshemmern kann helfen, dass die Naturdünger-Nährstoffe termingerecht pflanzenverfügbar sind.
  • Mit neuen Aufbereitungsverfahren lassen sich aus Gülle und Gärresten ideale Dünger mit optimalen Nährstoffverhältnissen produzieren.

Gefragt ist aber auch die Politik: Sie muss den Bau von Lagerstätten in Ackerbauregionen erleichtern und die Dokumentation bei der überbetrieblichen Nährstoffabgabe vereinfachen! Wenn das gelingt, wird sich der natürliche Nährstoffkreislauf wieder schließen.

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