Deutlich mehr Wildbienen und Schmetterlinge durch Blühstreifen

Blühstreifen sorgen für eine deutlich größere Artenvielfalt bei Wildbienen und Schmetterlingen im Ackerland. Je nach Saatmischung lassen sich damit nach einer gewissen Zeit sogar bedrohte Arten wieder ansiedeln.

Blühstreifen sorgen für eine deutlich größere Artenvielfalt bei Wildbienen und Schmetterlingen im Ackerland. Je nach Saatmischung lassen sich damit nach einer gewissen Zeit sogar bedrohte Arten wieder ansiedeln.
 
Das sind die wichtigsten Ergebnisse eines mehrjährigen Projektes von Firma Bayer CropScience zur ökologischen Aufwertung von intensiv genutzten Flächen am Oberrheingraben, die das Unternehmen jetzt in Vimbuch bei Bühl vorgelegt hat. Durchgeführt wurde das Projekt vom Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz (ILN) in Bühl, das zum NABU Baden-Württemberg gehört.
 
Im Rahmen des Versuches wurden auf zwei Betrieben Flächen von je 50 ha durch Blühstreifen von jeweils 5 ha ökologisch aufgewertet. Ausgesät wurden verschiedene Standard-Blühmischungen wie z.B. die Tübinger Mischung oder die MEKA 1-Mischung, um ihre Eignung als Nahrungsquelle und Nistplatz für Wildbienen und Schmetterlinge zu prüfen. Als Kontrolle dienten vergleichbare Flächen in der Nähe ohne Blühstreifen.
 
Die Artenzahlen bei Wildbienen und Schmetterlingen waren laut Arno Schanowski vom ILN in Bühl bereits in den ersten Versuchsjahren leicht angestiegen. Im vergangenen Jahr konnte dann noch einmal ein sprunghafter Anstieg der gefundenen Arten verzeichnet werden. Aber auch die Größe der einzelnen Populationen hat zugenommen. Wurden an einem Standort im Jahr 2012 erst 32 Wildbienen-Arten gezählt, waren es ein Jahr später bereits 58.

Dr. Schanowski macht dafür neben der allgemein guten Nahrungssituation auf den Flächen, das längere Blütenangebot durch die gut aufgelaufene Herbstaussaat 2012 sowie die im Laufe der Zeit besser auf die Bedürfnisse von Wildbienen und Schmetterlingen abgestimmten Mischungen verantwortlich. So hätten sich zum Beispiel hohe Anteile von dominanten und hochwüchsigen Pflanzen wie Sonnenblumen, Buchweizen und Phacelia als ungünstig erwiesen. Gut geeignet seien dagegen unter anderem Koriander, Senf, Ölrettich, Rotklee, Luzerne, Wicken und Kornblume.

Optimal sei zudem eine Kombination von Herbst- und Frühjahrsaussaat sowie abwechselnd Flächen mit ein- und mehrjährigen Pflanzen. Mehrjährige Mischungen kommen laut Betriebsleiter Rainer Graf, der seine Flächen für den Versuch zur Verfügung gestellt hat, auch der Praxis entgegen, um den Aufwand zu reduzieren.
 
Der Versuch im Oberrheingraben wird nach Aussage von Dr. Helmut Schramm von Bayer CropScience ein weiteres Jahr fortgeführt. Ziel ist, die Blühmischung im Hinblick auf das Auflaufergebnis und das Nahrungsangebot weiter zu optimieren. Bayer CropScience plant aber bereits ein ähnliches Projekt in Mecklenburg, um auch für andere Standorte geeignete Blühmischungen zu finden.


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