Knoten durchschlagen

Diskussion um Pflanzenschutzmittelzulassung 2030 eröffnet

Seit Jahren stockt die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Die Behörden kommen nicht hinterher und der Wegfall wichtiger Mittel verschärft die Lage. Arbeitsgruppen sollen nun Lösungen finden.

Wie die Prozesse der Pflanzenschutzmittel-Zulassungen verbessert und weiterentwickelt werden können, diskutierten Fachleute vergangene Woche bei einem Workshop des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Braunschweig.

Für dabei festgelegte Themen sollen nun Arbeitsgruppen Konzepte erarbeiten, um die Verfahren für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln gemäß der rechtlichen Vorgaben an neue Entwicklungen und Produkte anzupassen. Ziel ist es, sie so effektiv zu gestalten, dass auch zukünftig der Schutz von Kulturpflanzen und damit eine ausreichende Lebensmittelproduktion gewährleistet sowie gleichzeitig Nebenwirkungen für Umwelt und Gesundheit verhindert werden.

„In den nächsten zwei Jahren werden wir zu Folgeveranstaltungen einladen und die Zwischenergebnisse der Arbeitsgruppen erörtern“, so BVL-Präsident Friedel Cramer mit Blick auf die nächsten Schritte. Trotz der unterschiedlichen Positionen der Teilnehmenden waren die Diskussionen konstruktiv und zielorientiert. Anfang 2024 sollen die wesentlichen Ergebnisse und Handlungsempfehlungen vorgestellt werden.

Neben der Verständigung über die Arbeitsweise in dem Gesamtprojekt wurde festgelegt, dass die folgenden Schwerpunktthemen bearbeitet werden sollen:

  • Zulassungsstandort Deutschland verbessern

  • ausreichende Pflanzenschutzmaßnahmen für integrierten und ökologischen Anbau verfügbar machen, wobei die spezifischen Bedingungen in beiden Bereichen herausgearbeitet werden

  • Zulassungen fit für die Berücksichtigung digitaler Anwendungstechniken machen

  • Risikomanagement - insbesondere Anwendungen und Anwendungsbestimmungen - neu strukturieren und differenziert, aber verständlich gestalten

  • Bereitstellung wichtiger Zulassungsinformationen für die Anwendenden mit modernsten Kommunikationsmitteln für das wirksame und sichere Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln

  • Erstellung eines Konzeptes für die Sammlung, Erfassung in Datenbanken sowie Analyse wichtiger Informationen aus der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere um Rückschlüsse auf die Qualität der Zulassungen ziehen zu können

Teilnehmer

Teilgenommen haben Vertreter von

  • Bundesagrarministerium (BMEL),
  • Bundesumweltministerium (BMUV),
  • Pflanzenschutzdienste einiger Bundesländer,
  • Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG),
  • Industrieverband Agrar (IVA),
  • International Biocontrol Manufacturers Association (IBMA),
  • Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau/Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (Föko/BÖLW),
  • Naturschutzbund Deutschland (NABU)
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR),
  • Julius Kühn-Institut (JKI)
  • Umweltbundesamt (UBA)


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